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Fünf Fragen an … Bernd Schweinar

Schweinar ist nicht nur „Bayerischer Rockindentant“, sondern seit Jahrzehnten auch begeisterter Konzertfotograf.

Seit einiger Zeit digitalisiert er seine vielen Fotos seit Mitte der 80er und hat sie auf der Homepage allmusic.de ins Netz gestellt.

Bernd Schweinar konnte vor kurzem sein 30-jähriges Dienstjubiläum als „Bayerischer Rockindentant“ feiern, ist der künstlerische Leiter der Musikakademie Alteglofsheim. Nicht so bekannt ist vielen, dass Schweinar seit mehr als drei Jahrzehnten auch als Konzertfotograf aktiv ist. Derzeit digitalisiert er seine vielen Fotos seit Mitte der 80er und hat sie auf der Homepage allmusic.de ins Netz gestellt. Dabei hat er ein besonderes Augenmerk auf die regionale Szene und auf der Homepage finden sich viele rare Fotos von Bands aus der Region aus den 80ern und 90ern. Wir hatten deshalb einige Fragen an ihn.

Wie bist du zur Konzertfotografie gekommen?

Ich habe 1980/81 mal eine deutsche und eine texanische Band auf deren England/Wales- und BeNeLux-Tournee begleitet. Dachte, das könnte ich auch dokumentieren und habe mir eine erste kleine Kamera, die Minox 35 GT gekauft. 1984 bin ich dann auf Spiegelreflex umgestiegen, weil ich auch in die lokale und regionale Musikjournaille eingetaucht bin. Text alleine war nie interessant genug und zur Illustration brauchte es auch Bildmaterial.

Gibt es besondere Tricks oder Techniken, die beim Fotografieren der Musiker zu beachten sind?

Geduld für das Motiv in aller Hektik ist am wichtigsten – auch wenn man i.d.R. nur die ersten drei Songs fotografieren darf. Seit Computer in die Lichttechnik eingezogen sind, ist es sogar noch vorhersehbarer geworden, weil die Programme von Spots wiederholt ablaufen. Dann heißt es nur noch in der Enge den richtigen Standplatz zu finden und – zu warten! Viele sagen immer, Konzertfotografie sei schwierig. Das finde ich eher nicht. Handwerkliche Dinge kann jede:r lernen. Und als erstes heißt es die Automatik auszuschalten.

Wie unterscheidet sich das Fotografieren „im Graben“ heute von damals?

Früher hatte man i.d. R. zwei Kameras mit jeweils 36 Bildern für die ersten drei Songs. Die Auswahl musste viel reduzierter vorgenommen werden. Bei Digitalkameras halten viele einfach nur noch drauf und schießen Endlosserien. Mir waren die Gesichter, war die Mimik der Künstler:innen schon immer am wichtigsten und das ist über all die Jahre gleich geblieben. Neue Genres und Namen hin oder her.

Was waren in deiner Fotografen-Karriere besondere Höhepunkte?

Vieles!  Zu vieles! Gleich zu Anfang, war ich 1984 bei BAP in Köln – backstage und auf der Bühne bei einer fünfstündigen Show. Der unlängst verstorbene Mike Rösch hatte das damals eingefädelt. Und von all den vielen Festivals ist mir das 1986er Anti-WAAhnsinnsfestival in Burglengenfeld wie gestern vor Augen.

Dein Fotoarchiv „allmusic.de“ ist im Werden, was ist die Intention dahinter?

Früher haben meine Redakteure zur Illustration meines Textes nur ein Bild für den Abdruck raussuchen können. Der Rest verschwand im Nirvana. Zum einen bekam ich letzten Herbst meine alte URL zurück, unter der etliche Bilder früher schon online standen. Zum anderen kam Corona mit vielen kulturpolitischen Aufgaben, die mich ziemlich gefordert hatten. Zum Ausgleich kam mir dann mal die Idee, die ganzen alten Bilder neu zu scannen und zu digitalisieren. Und weil viele tolle Erinnerungen wieder aufgetaucht sind, gibt es auf 150dpi reduzierte Scans auch online. Und scheinbar löse ich damit bei vielen Kulturschaffenden (regional, national und international) gerade herrliche Erinnerungen aus – wie auch bei mir selbst.
Ich scanne aber noch lange an meine alten Negativstreifen und Dias hin. Im Moment bin ich gerade im Jahr 1990. Und weil das Archiv je Künstler:in chronologisch aufgebaut sein soll und die Software mir neue Aufnahmen nur hinten anhängen lässt, werde ich bei vielen Bands die ich über Jahrzehnte begleiten konnte, deren digitalen Bilder erst ganz zum Schluss abspeichern. Das Archiv wächst also auch noch über Monate und Jahre. Gerade erst habe ich die Grenze von 10.000 Bildern überschritten.  Fans können die Bilder ihrer beliebtesten Bands übrigens gerne kostenlos auf SocialMedia-Kanälen teilen. Und im verlinkten Facebook-Kanal kann man gerne auch Kommentare und Erinnerungen hinterlassen.

Hier geht’s zur Homepage:

https://www.allmusic.de/

 

 

 

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