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Gert Steinbäcker & Band

Kritik zum Konzert am 13. August im „Airport“ in Obertraubling

Auf Abschiedstour – Insiderkritik von Bernd Schweinar!

GERT STEINBÄCKER & BAND waren auf Abschiedstournee zu Gast im Airport Obertraubling. Unbestuhlt, weil für eine bestuhlte Location kein anderer Termin gefunden werden konnte. Das mit STS gealterte Publikum übertünchte die Strapazen mit den Gefühlen, die der frühere STS-Musiker buchstäblich von der Bühne goss! Dass er zur finalen Livetournee nochmals tief in die Hymnenkiste griff war klar. Dazu muss man sich aber auch erst eine solche Kiste über Dekaden erarbeitet haben. Der Aufkick „Die beste Zeit“ subsummierte diese Lebensbilanz gleich knackig. Bevor der STS-Klassiker „Zeig‘ mir dein‘ Himmel“ nochmals offenbarte, dass Zeit endlich ist, weswegen der gelebte Genuss zu Recht in „Die Sunn über’n Meer“ mündete. Zu „Alexis“ brachte Kosta Liakos an der Bouzouki das Fernweh auf die Tonleiter. Während die österreichische Gitarrenlegende Ulli Bäer als Solosänger u.a. aus seiner gemeinsamen Zeit mit Georg Danzer dessen „Lass mi amoi no d’Sunn aufgeh sehn“ buchstäblich mit dem Publikum zelebrierte wurden eines klar: Scheinbar brauchte Steinbäcker eine Zigaretten- oder Rotweinpause. Das sei ihm gegönnt, sonst wäre Danzers seherischer Text zu dessen frühem Nikotintod näher als jedem lieb sein kann. Die Mitsinghymnen „Wieder a Sommer“ und „Irgendwann bleib i dann dort“ waren ein erster Zenit der Show. Mit „I hab di leb’n g’sehn“ war einmal mehr die Lebensbilanz Thema des Abends. Und Nachdenklichkeit schadet in keiner Lebensphase. Das wurde umso mehr beim „Neuen Vaterland“ gesellschaftspolitisch gegenwärtig. Als mit Ex-EAV Thomas Spitzer die nur vermeintliche Vergnüglichkeit von „Oh, nur du“ die Bühne buchstäblich enterte, war es um den Abend geschehen. Denn auch die EAV war die Gesellschaftskritik par excellence. Bei „Total verunsichert“ rockten Spitzer und Bass-Legende Erich Buchebner im Rücken von Steinbäcker die Bühne. Apropos Legenden und Ikonen! Was als „Steinbäcker und Band“ eher beiläufig klingt, subsummierte die langjährige creme de la creme der österreichischen Livemusik. Neben Bäer und Buchebner noch mit der grandiosen Maria Ma an den Tasten und am Hackbrett, Martin Fuss an Sax und Keys und dem Ex-Opus Günther Grasmuck an den Drums. Ab „Großvater“ war das sommerlich übertemperierte Airport dann dem Mitsingkochpunkt kaum noch gewachsen und mündete bei „Kalt und kälter“ bis „Bevor i geh“ in eine buchstäblich finale Endlichkeit. Und den Dank für viele Lebenshymnen! Da tauchen die subjektiven Gedanken über 30 Jahre zurück zum ersten Interview mit Gert Steinbäcker 1985 oder den allerersten STS-Gig im Jahr 1987. Gert Steinbäcker wird den Konzerterlebnissen zukünftig fehlen! Den Erinnerungen nicht, denen bleibt er auf ewig erhalten. Sei ihm der Rotwein auf dem Segelboot im Mittelmeer gegönnt! (Bernd Schweinar)