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Testament

Kritik zum Konzert am 12. August im „Airport“ in Obertraubling

Auf „European Festival Summer Tour“ zusammen mit Metal Church und Death Angel

Da man auf einem rustikalen Metalbein nicht stehen kann gab es am 12. August besten Old School US Thrash Metal mit etwas Speed/Power Metal nach dem Heaven shall Burn-Konzert von vergangener Woche. Im fast ausverkauften „Airport“ in Obertraubling gaben sich wieder mal Testament, Death Angel und diesmal neu Metal Church die Ehre und überzeugten mehr als drei Stunden auf ganzer Linie. Wer nicht da war hat echt was verpasst, zumal sich auch die Setlists doch gravierend von früheren Auftritten unterschieden. Wobei man „old school“ eher mit den Songs in Verbindung bringen sollte, griffen doch alle drei Bands auf eine Großzahl früherer Alben zurück. Bei Testament standen dann gleich sieben Tracks der ersten fünf Alben (nur „Souls of Black“ wurde ausgespart), so dass neben den vier Songs des fast schon Death Metal-lastigen neuen Album „Parabellum“ (keine Angst es wurden hier eher normale, knüppelige Songs ausgewählt), so dass diesmal eher die normale, noch immer veritable Gesangsstimme von Chuck Billy zum Einsatz kam: Von der Halbballade „The Ballad“ zu den Moshnummern „Into the Pit“, “Over the Wall“ oder „Practice what ypu Preach“ und der sehr melodiösen Metal Nummer „Electric Crown“. Abgerundet wurde das Ganze mit zwei Tracks von „The Formation of Damnation“. Nicht gebraucht hätte ich das getriggerte Drumsolo (dem zum Glück einzigen an diesem Abend) und hätte lieber einen Song gehört, den man nie oder selten live gespielt hat. Über die technischen Fähigkeiten der Musiker muss kein weiteres Wort verlieren. Die Gitarrensoli waren grandios und die 90 Minuten verliefen wie im Flug. Gleiches galt auch für Death Angel, wo einem die 60 Minuten viel zu kurz vorkamen. Hier wurden die eher melodiösen Nummer in knackig harte Nummern á la „The Moth“ oder „The Dream Calls for blood“ zu Beginn oder „Evil Priest“ bzw. .„Thrown to the Wolves“ am Ende eingebettet. „Father of Lies“, „Seemingly endless time“, „Claws so deep“ und „Lost” bewiesen dann auch hier die enorme stimmliche Bandbreite von Marc Oseguda (nicht umsonst hat ihn Kerry King als Sänger für seine Solo Scheibe damals geholt, kann er doch auch den Tom Araya). Schade fand ich die Abwesenheit der coolsten Nummer „Bored“ mit seiner groovigen Funkausrichtung vom zweiten Album „Frolic through the Park“, das auf der aktuellen Tour nicht bedacht wurde. Dafür gab es „Cult of the Used“, ist diese Nummer doch bis dato nur als Single 2025 erschienen. Den Einheizer gaben 40 Minuten lang die Veteranen von Metal Church, von deren Urbesetzung nur noch Gitarrist Kurdt Vanderhoof übrig ist und der Leadgitarrist (der geile Soli spielte) Rick van Zant mit 18 Jahren Bandzugehörigkeit die zweite Konstante der Band darstellt. Dafür hat man seit 2025 u.a. mit David Ellefson einen sehr prominenten Neuzugang am Bass zu verzeichnen, spielte doch dieser lange Jahre bei Megadeth. Und auch der Xte Sänger in Laufe der Jahrzehnte, Brian Allen, bewies schon bei Vicious Rumors, dass er mächtig Umfang in der Stimme hat – von fein bis garstig. Der dritte 2025er Neuzugang, an den Drums Ken Mary, kennt man u.a. von Fifth Angel, House of Lords oder Flotsam & Jetsam und somit ist das auch ein Meister am Instrument. Da auch die Songauswahl, begrenzt natürlich durch die kurze Spielzeit, überzeugte und eher old school ausgerichtet war = sechs Nummern vom Debüt („Metal Church“, „ Beyond the Black“, „God’s of Wrath“) bzw. „The Dark“ („Ton of Bricks“, „Start the Fire” und die klasse Halbballade „Watch the Children Prey“, wo Brian auch bewies, dass er eher ruhigere Nummern auch stimmlich kann und ein Song von der aktuellen „Dead to rights“ Scheibe („FAFO“). Mir persönlich fehlten eigentlich nur je ein Song von „Human Factor“ bzw. „Blessing in Disguise“, aber dafür war dann doch die Zeit zu kurz. Klasse in allen Bereichen. (HJH)

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