Parallel zur aktuellen Deutschland-Tour veröffentlicht Tarja ihr brandneues Studioalbum– ihr erstes vollständiges Album im härteren Klangspektrum seit sieben Jahren. Unterstützt wird sie von Special Guests wie Dani Filth (Cradle of Filth), Apocalyptica, Marko Hietala (Ex-Nightwish) und Chad Smith (Red Hot Chili Peppers). Und Tarja Turunen bleibt auch auf „Frission Noir“ ihrer Linie treu: eine dramatische Mischung aus knatternden Metal‑Riffs und einem opernhaften Gesangsstil, der sofort erkennen lässt, wer hier am Mikrofon steht.
Das Album eröffnet langsam und verspielt, aber man sollte sich nicht täuschen lassen. Die Metal-Gitarren fahren früh schwere Geschütze auf, während Tarjas Stimme wie ein klassisches Instrument darüber schwebt. Dieser Kontrast ist das Markenzeichen der Sängerin und funktioniert auch hier – zumindest am Anfang – hervorragend. Die Produktion ist wuchtig, die Arrangements detailreich, und Tarja singt mit der gewohnten Präzision – doch genau diese Intensität hat ihren Preis. Mit der Zeit wird es anstrengend, weil die Songs oft nach einem ähnlichen Muster aufgebaut sind: Gitarrenwand → orchestrale Steigerung → vokaler Höhepunkt. Für Fans ihres typischen Stils ist das ein Fest, für andere kann es sich wiederholen. Die stärksten Momente entstehen, wenn Tarja die Härte zurücknimmt und Raum für Melodie lässt. Genau deshalb wirkt Song # 9, „I Don’t Care“ wie eine kleine Erlösung: Eine hervorragend gespielte Ballade, die zeigt, wie viel Ausdruckskraft Tarja besitzt, wenn sie nicht gegen die Strom-Gitarren ankämpfen muss. Hier entfaltet sich ihre Stimme warm, klar und emotional – ein echter Ruhepunkt im Album. Für mich ist dieser Song das absolute Highlight, davon hätte ich gerne mehr. Aber Tarja mag es zur Zeit düster und laut. Ihre Fans wohl auch. (earMusic) HuGe
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