Beim Debut dieser Band aus dem UK scheiden sich wieder die Geister, genauso wie bei Greta Van Fleet aus den Staaten, als die vor Jahren ihr erstes Album vorlegten. Denn auch diese vier jungen Briten orientieren sich hörbar an Größen wie Led Zeppelin, Queen und Free, wirken dabei jedoch selten wie eine bloße Kopie. Zwar greifen Jayler die Kern-DNA des klassischen Rocks, doch sie schaffen gleichzeitig etwas Unverwechselbares, das ganz ihnen gehört. So entsteht ein eigenständiger Sound, der von kräftigen Gitarrenriffs, eingängigen Refrains und einer spielfreudigen Rhythmussektion lebt. Mit „Voices Unheard“ liefert Jayler, angeführt vom unbändigen James Bartholomew (Gesang und Gitarre), zusammen mit Tyler Arrowsmith (Gitarre), Ed Evans (Schlagzeug) und Ricky Hodgkiss (Bass und Keyboards), ein Debütalbum ab, das auf den elf Tracks klassischen Hard Rock und Blues-Rock mit einer modernen Energie verbindet. Schon der Opener „Down Below“ macht deutlich, wohin die Reise geht: kernige Gitarren, druckvolle Drums und ein Sänger, der zwischen rauer Kraft und gefühlvollen Melodien wechselt. „Need Your Love“ entwickelt sich mit seinem hymnischen Refrain schnell zum Ohrwurm, während „The Getaway“ mit treibendem Groove und dynamischem Songwriting überzeugt. Zu den stärksten Momenten des Albums zählt „Bittersweet“, das die rockige Grundausrichtung mit emotionalen Zwischentönen verbindet. Auch „Hate to See It End“ und „Over the Mountain“ zeigen, dass diese Youngster nicht nur laut und energiegeladen, sondern auch atmosphärisch und abwechslungsreich klingen können. Den Abschluss bildet das fast sechsminütige „The Rinsk“, das dem Album einen epischen Ausklang verleiht. Produktion und Sound sind druckvoll, ohne den warmen Charakter klassischer Rockaufnahmen zu verlieren. Besonders die Gitarrenarbeit und die markante Stimme verleihen den Songs Wiedererkennungswert. Dieses Album ist ein starkes Debüt für Fans von klassischem Hard Rock mit modernem Einschlag. Wer ehrliche Gitarrenmusik, große Refrains und authentische Rock-Energie schätzt, wird hier bestens bedient. Jayler beweisen, dass traditionelle Rockmusik auch 2026 frisch und relevant klingen kann. Wie das „live on stage“ klingt, davon kann man(n)/frau sich im Herbst überzeugen, wenn die Band als Support von Deep Purple auf Tour kommt. (Silver Lining) P.Ro
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