altemaelze

Snowdrop

Mono

Mann kann Mono auch Stereo hören

Weder Hits noch Folk sind das Ding von Mono. „Snowdrop“ zeigt die Kapelle einmal mehr als Meister der kontrollierten Eskalation. Zwischen leisen, fast zerbrechlichen Gitarrenflächen und den gewaltigen orchestralen Ausbrüchen -ein 10-köpfiges Orchester und ein 8-köpfiger Chor wurden geladen- entsteht ein Album, das weniger auf Effekte als auf Atmosphäre setzt. Der Schatten des verstorbenen Freundes und Langzeit-Produzenten Steve Albini liegt spürbar über diesen acht Stücken – nicht sentimental, sondern würdevoll. Aufgenommen wurde das Album mit Nachfolger Brad Wood in Albinis Electrical Audio Studios in Chicago. Besonders „Winter Daphne“ und das epische „Farewell To Spring“ entwickeln eine Sogwirkung, wie sie nur wenige Post-Rock-Bands noch erzeugen. Kein Album für nebenbei, sondern eines für späte Nächte, Kopfhörer und offene Gedanken. Mono liefern damit keine Revolution ab – aber ein beeindruckend intensives Mitalterswerk, ihr 13. in den letzten gut 25 Jahren. Steve lächelt glücklich und hört von oben zu. (Cargo) HuSch

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal