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Better day

Continental Drifters

Das Album für den Juli 2026 in der Reihe „from the vaults“: Ein verlorenes Meisterwerk der Paisley-Park-Szene aus dem Jahr 2001

Für den Juli holen wir ein Album der Continental Drifters aus der musikalischen Versenkung zurück. Diese Band war 1991 entstanden und galt als „College-/Indie-Rock/Power-Pop-Supergroup. Schließlich spielten in der Band Musiker wie Vicki Peterson und Susan Cowsill, Peter Holsapple, Mark Walton, Robert Maché, Russ Broussard oder Carlo Nuccio – und die waren alle mal in Bands wie den Bangles, Cowsills, dB’s, R.E.M. oder The Dream Syndicate. Bis zu ihrer Auflösung 2003 veröffentlichte die Band drei Alben, und das letzte, „Better Day“ von 2001, wird diesen Monat von uns gewürdigt. Die Band hat sich 2009 fast in Orginalbesetzung reformiert und spielt seitdem wieder zusammen, leider ohne ein Album mit neuem Material zu veröffentlichen. Es gibt nur eine Compilation und ein Live-Album. Die Band spielte während dieser Zeit auch einige ausgiebige Deutschland-Tourneen, und stand auch in der Mälze auf der Bühne. Die Continental Drifters sind so etwas wie die Überlebenden der Gitarrenszene an der Westküste der 80er, besser bekannt als Paisley-Park-Szene. Hier jetzt zur Erinnerung – nach 25 Jahren – die Album-Review von Hubert Geue:

Nachdem die „Drifters“ sich einheitlich und einvernehmlich in New Orleans niedergelassen haben, stand auch dem neuen Album nichts mehr im Wege. Nach dem feinen Album „Vermillion“ musste der geneigte Hörer/Sammler einige Zeit verstreichen lassen, bevor die Mannen um Vicki Peterson (ex Bangles), Peter Holsaple (ec DB’s, ex R.E.M) neuen Stoff lieferten. Hier gibt es erneut groovenden Rootsrock, der isch frech bei allen möglichen Stilrichtungen bedient. Von Countryrock über Independent-Guitar-Klängen bis zu munteren Popsongs ist alles vertreten, was dem Song nützt und die Vielfalt unterstützt. Dieser Stilmischmasch ist sicher mitunter ein Vermarktungsproblem, mir gefällts! Hier wird erstklassige, handgemachte Rockmusik geboten, die losrockt und vor eingängigen Melodien nicht zurück scheut. Nicht umsonst zählen die „Drifters“ zu den wichtigsten Bands des Americana-Genres. Keep on rockin‘! (Blue Rose Records)

Rückblickend ist es unverständlich, warum diese Band nicht den großen Erfolg hatte. Denn die Continental Drifters fertigten grandiose Songs, handgemacht und inspiriert drifteten die Amerikaner nach gusto zwischen aufmüpfigem Indie-Rock und cholesterinarmem Country, swampy R&B, angekratztem Pop oder schwitzigem Funk, und gönnten sich zwischendurch Seitensprünge Richtung Cajun-Walzer oder Chanson-Flair. Und das ist wahrscheinlich das „Problem“: Sie passten in keinerlei Szene-, Trend- oder Stil-Schemata. Und außerdem hielt das in New Orleans angesiedelte Sextett herzlich wenig von der Marketing-Devise, nach der Klappern zum Handwerk gehört. Dabei hätte offensives Namedropping in ihrem Fall garantiert Wirkung. In einer Kritik von damals war zu lesen: „Das Erbe der Byrds können und wollen sie nicht wegdiskutieren, aber momentan gibt es kaum eine Band die mit dieser Selbstverständlichkeit mit Stimmen und Gitarren an der Erlösung kratzt.“ Richtig, aber geholfen hat es nicht und die „Drifters“ sind inzwischen weiter als Alt-Herren/Mädel-Combo unterwegs!