Die Band gibt’s ja leider schon lange nicht mehr, aber in letzter Zeit war wieder was von ehemaligen Mitgliedern der Pussies of Death zu hören. So spielen einige inzwischen bei den neuformierten Great Disappointment aktiv, der Bassist spielt bei Timeless CR und Sänger/Gitarrist Peter Brünsteiner hat mit Radio Riff Raff eine neue Band gegründet und ist inzwischen auch Sänger von Skarecrew. Deshalb hier ein Rückblick auf „Imperial Overdrive“, das erste und einzige Album der Pussies of Death, das vor etwas mehr als 15 Jahren erschienen war – jetzt das Juli-Album für den Sound-Report.
Die Regensburger Stoner-Rock-Band Pussies of Death veröffentlichte 2010 mit Imperial Overdrive ein Debütalbum, das sich irgendwo zwischen staubigem Wüstenrock, Blues-Attitüde und kernigem Hard Rock bewegt. Die Band, gegründet 2007, setzte dabei auf eine ungewöhnliche Besetzung mit Geige, Gitarre, Bass, Schlagzeug und mehrstimmigem Gesang – ein Merkmal, das sie innerhalb der Regensburger Szene deutlich hervorhob. Und auch ihre Musikernamen waren etwas anders – Beda Delarue (Vocals, Gitarre), Fabs van Felden (Bass), Maryanne Black (Geige) und Sonny K.C.B. Varrera (Drums). Bereits der Titeltrack „Imperial Overdrive“ macht klar, wohin die Reise dieser Vier geht: groovige Riffs, treibende Rhythmen und ein Sound, der unverkennbar von Bands wie Queens of the Stone Age oder Kyuss beeinflusst ist, ohne dabei zur bloßen Kopie zu werden. Besonders hervorzuheben ist die Geige von Maryanne Black, die den Songs eine zusätzliche Farbe verleiht. Statt folkloristische Klischees zu bedienen, fügt sie sich organisch in die schweren Gitarrenwände ein und sorgt für überraschende melodische Akzente. Die Produktion wirkt angenehm roh und lebendig. Die Aufnahmen entstanden in einem Regensburger Studio und transportieren die Energie einer Band, die offensichtlich von der Bühne kommt. Gerade Stücke wie „Groove“, „Hangman Love“ oder „Razorblade“ leben von ihrem unmittelbaren Charakter und ihrer ungekünstelten Dynamik. Besonders dort, wo die Geige stärker eingebunden wird und die Songs von klassischen Stoner-Rock-Strukturen abweichen, entfaltet das Album seine größte Stärke. Herauszuheben sind auch die staubtrockenen Riffs und sagenhaften Kopfstimmen-Vocal-Arrangements.
Insgesamt ist Imperial Overdrive ein überzeugendes Debüt mit zwölf Tracks, das die Aufbruchsstimmung einer jungen Regensburger Band einfängt. In einer Kritik war zu lesen: „Die Band aus Regensburg nimmt Anlauf zum Sprung auf die großen Bühnen dieser Welt: energetisch, melodiös, rhythmisch, frisch, frech und verdammt rotzig.“ Daraus ist leider nichts geworden, es blieb bei dem einen Longplayer, die Band löste sich einige Jahre später auf. So bietet es keinen revolutionären Beitrag zum Stoner Rock, aber einen ehrlichen, handgemachten und energiegeladenen Sound mit eigenem Charakter, der auch heute noch gut rüberkommt. (no.men)


