altemaelze

I Can See  Your House From Here

Wallis Bird

Wieder zurück mit eigenem Material

Im letzten Sommer hatte ich das Vergnügen die irische Musikerin und Singer/Songwriterin Wallis Bird kennen zu lernen. Sie trat in Neustadt/Aisch im Rahmen des „Fränkischen Sommers“ auf, den ich als Produktionsleiter betreue. Mit dabei war die Klassik-Band Sparks und gegeben wurde das Programm „Visions of Venus“, das Werke von Komponistinnen aus verschiedenen Epochen und Kontinenten präsentierte. Wallis Bird hatte ich dabei als extrem kraftvolle wie variable Sängerin und Gitarristin erlebt -und als sehr humorvollen Menschen. Bereits in recht jungen Jahren hatte sie bei einem Unfall fünf Finger verloren, vier davon konnten wieder angenäht werden, was meinen Respekt auch für ihr Gitarrenspiel noch steigerte. Also diese durch und durch sympathische Musikerin hat eine Art Nachruf an einen sehr guten Freund verfasst, der viel zu früh gegangen ist. Das Album heißt wie eine Platte von Camel, „I Can See Your House From Here“ und handelt von persönlicher und kollektiver Trauer, der Blick darauf lässt aber auch immer das Licht am Ende des Tunnels leuchten, Wallis Bird vergräbt sich nicht, sie bleibt durchwegs optimistisch. Diese Offenheit zieht sich auch musikalisch durch sämtliche Songs. Wir hören also keinen melancholischen Moll-Liedreigen, diese Lieder sind manchmal richtig fröhlich und hüpfen wie ein junges Mädchen auf einer Frühlingswiese wie in „Two Trees“, das singt, „we keep this life, tscha-tscha-tasch“. Sie weiß aber auch: „Why Is Peace Problematic“ und da wird es dann schon etwas pastoraler und getragener. Und „Let Me Buy You Flowers“ klingt dann nach teils atonalem Orchesterwerk. Wer sich mal so ein ans Herz gehendes Konzert ansehen möchte, am 11. Oktober spielt die Künstlerin in München im „Substanz“. (Bród Records) HuSch

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