Mit „Do it!“ legen Antonio Faraò und Stéphane Belmondo ein Album vor, das zeigt, wie frisch, kraftvoll und gleichzeitig lyrisch moderner europäischer Jazz klingen kann. Pianist Faraò, seit Jahren einer der virtuosesten und zugleich melodischsten Stimmen des italienischen Jazz, trifft hier auf den französischen Trompeter und Flügelhorn‑Poeten Belmondo – eine Kombination, die sofort elektrisiert.
Schon der Opener macht klar, wohin die Reise des Quartetts geht: energiegeladen, rhythmisch präzise, voller Spielfreude. Faraòs Klavierlinien sind wie immer brillant verzahnt – perkussiv, aber nie hart, fließend, aber nie beliebig. Belmondo antwortet mit einem Ton, der zwischen samtiger Wärme und strahlender Klarheit changiert. Das Zusammenspiel der beiden wirkt organisch, die beiden verstehen sich. Im Mittelteil des Albums zeigt das Quartett seine lyrische Seite. Die Balladen besitzen Tiefe: weit atmende Melodien, viel Raum, viel Stille. Hier entfaltet Belmondo jene fast gesangliche Qualität, die ihn seit Jahren auszeichnet. Faraò wiederum beweist, dass er nicht nur ein Virtuose, sondern auch ein Meister der Reduktion ist – jeder Ton sitzt. Besonders eindrucksvoll sind die beiden letzten Tracks der CD, „Melancholy of Rita“ und „Sweet“. Die Musik wirkt hier fast wie ein kleines Gebet – konzentriert, intim, vollkommen frei von Effekthascherei. „Do it!“ ist kein glatt poliertes Mainstream‑Werk, sondern ein Album, das Mut, Persönlichkeit und künstlerische Reife zeigt. Wer Jazz liebt, der sowohl grooven als auch schweben kann, der sowohl Virtuosität als auch Emotion sucht, wird hier belohnt. Faraò, Belmondo und Band beweisen eindrucksvoll, dass europäischer Jazz längst auf Augenhöhe mit den großen amerikanischen Produktionen spielt – und manchmal sogar darüber hinausgeht. (Notesaround) HuGe
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