Vor fast 30 Jahren gründeten sich Beige GT in Regensburg – Martin Haygis (Gesang, Gitarre), Wolfgang Reutter (Gesang, Gitarre), Klaus Kiesswetter (Gesang, Bass) und die Brüder Andi (Schlagzeug, Sounds) und Hannes (Moog) Teichmann taten sich 1997 zusammen. Alle fünf hatten unterschiedliche musikalische Backgrounds. Während Martin, Wolfgang und Klaus sich eher der Gitarrenrock-Fraktion zugehörig fühlten, mischten die Gebrüder Teichmann (Festplatten Label) ihre Minimal-Elektronik tanzwütig dazu. Und das Debüt-Album „Jukebox Heroes“ ist vor einem Vierteljahrhundert erschienen, deshalb hier die alte Kritik von 2001 von Peter Geiger zum Release dieser Platte.
Ach schön: Das Album der Regensburger scheint unter dem Motto „Du darfst“ zu stehen. Das, was alle fordern, sich aber keiner traut, erledigen beige gt quasi im Vorübergehen: Jenseits aller Trends fürchten sie sich weder vor outen Rock-Bezügen noch vor überangesagtem elektronischem Fiepstum – und landen somit dort, wo ganz vorne ist: An der Spitze des Fortschritts sozusagen. Der Titel, natürlich, das ist „Foreigner“ ’81, und die Gitarren in „She’s cool now“ sind irgendwie inspiriert von Eddie Van Halen – und gleichzeitig ist es auch eine Beatles-Nummer. Und obendrein ist alles amtlich auf Gegenwart geschaltet durch den beherzten Griff zur Elektronik. Was am eindrucksvollsten dann „funghi pudel“ zeigt: Rave meets Rock, und auch Funk punk’scher Prägung ist nicht weit. So baut sich ein akustisches 3D-Gewölbe auf, viel zu kurze 5:47 lang, das man sich um die Ohren wickeln möchte. Oder als Glasur auf den alltäglichen Lebkuchen pinseln will. Wir sind so frei und wollen dürfen.
Auch den Hamburger Schulmeistern von L’Age D’Or hat das so gut gefallen, dass sie die Band gleich unter Vertrag nahmen! Natürlich ist das Album längst vergriffen, doch bei spotify wird man noch fündig. Unterm Strich ist „Jukebox Heroes“ ein ambitioniertes Debüt, das vor allem durch seine Genre-Mischung und Energie überzeugt. Es zeigt eine Band, die viel ausprobiert und ihren eigenen Stil sucht. Es gab dann noch ein zweites Album, „Cue“, von 2004 und dann war bald Schluss!
https://open.spotify.com/intl-de/album/1Chjy1dXtHnjqvHXPV5D8K?si=Obe4dqkSTgiDeQjOz-88zQ


