Mit „Master Of The Skies“ liefern The Quill ein Album ab, das wie ein schwerer V8-Motor klingt: roh, warm, kraftvoll und dennoch erstaunlich präzise. Die Schweden bleiben ihrem klassischen Heavy-Rock- und Doom-Sound treu, erweitern ihn aber um mehr Atmosphäre, Dynamik und emotionale Tiefe. Statt auf moderne Trends zu schielen, zelebriert die Band ihre Stärken – und genau das macht die Platte so überzeugend. Dazu Drummer Jolle Atlagic „Wir haben im Studio mehr experimentiert als sonst. Einige Ideen haben sich durchgesetzt, andere nicht – aber genau dieses Ausprobieren hat dem Album seine Dynamik verliehen.“
Schon der Titeltrack „Master Of The Skies“ eröffnet das Album mit massiven Sabbath-Riffs, drückendem Groove und der markanten Stimme von Magnus Ekwall, die irgendwo zwischen dreckigem Hard Rock und melancholischem Doom schwebt. Besonders beeindruckend ist, wie organisch die Songs zwischen Härte und Zerbrechlichkeit wechseln. „You Can Not Kill My Soul“ beginnt fast folkig-akustisch, entwickelt sich dann aber zu einem epischen Heavy-Rocker voller Atmosphäre. Sänger Magnus Ekwall erläutert „Wir haben uns sehr auf die Atmosphäre konzentriert. Einige Songs brauchten Raum und Zurückhaltung, andere wollten explodieren – mir gefiel es, Licht und Dunkelheit entscheiden zu lassen, wie weit wir gehen sollten.“ Und Gitarrist Christian Carlsson ergänzt: „Dieses Mal haben wir den Songs keinen ‚Quill-Sound‘ aufgezwungen. Wir haben jeden Track seine eigene Identität entwickeln lassen, auch wenn das bedeutete, unbekannte Wege zu beschreiten.“ Die Produktion klingt angenehm analog und lebendig. Gitarren, Hammond-Orgeln und der dominante Bass erzeugen eine dichte, warme Klangwand, ohne jemals überladen zu wirken. Gerade die dunkleren Stücke wie „Light Turns Low“ oder „It’s Over“ entfalten eine doomige Intensität, die an frühe Black Sabbath erinnert, während Songs wie „Son Of Light“ bewusst Raum zum Atmen lassen. Das Herzstück des Albums ist jedoch das fast neun Minuten lange „Mastodon“. Der Song baut sich langsam auf, wechselt mehrfach die Stimmung und entwickelt sich zu einem monumentalen Finale voller schwerer Riffs und psychedelischer Momente. Hier zeigt die Band eindrucksvoll, wie souverän sie nach über drei Jahrzehnten noch immer komponiert.
Allerdings ist Master Of The Skies kein Album voller sofortiger Hits. Einige Songs entfalten ihre Wirkung erst nach mehreren Durchläufen, und nicht jede Idee bleibt dauerhaft im Gedächtnis. Gerade im Vergleich zu moderneren Genregrößen fehlt manchmal der letzte zwingende Refrain oder der ganz große Überraschungsmoment. Doch genau darin liegt auch die Stärke der Platte: Sie wirkt ehrlich, erwachsen und zeitlos, statt auf schnelle Effekte zu setzen. „Master of the Skies“ markiert ein weiteres Kapitel in einem langjährigen musikalischen Dialog zwischen Groove, Schwere, Melodie und Kraft – jedoch diesmal mit einer dunkleren Note. Unterm Strich ist Master Of The Skies ein starkes Heavy-Rock-Album für Fans von riffbetontem, atmosphärischem Hard Rock mit Doom- und Stoner-Einflüssen. The Quill beweisen eindrucksvoll, dass Erfahrung, musikalisches Feingefühl und echte Leidenschaft oft wirkungsvoller sind als jede stilistische Neuerfindung. (Metalville) P.Ro
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