Schlappe acht Jahre nach dem letzten Album „Eonian“ erschien im Mai 2026 endlich mit „Grand serpent Rising“ Album # 10 der Norweger Dimmu Borgir. Während sich musikalisch nicht wirklich viel getan hat seitdem – es regiert noch immer Symphonic Black Metal – verließ vor den Aufnahmen Langzeitgitarrist Galder die Band und ging zurück zu Old Man’s Child. Der Neue an der Leadgitarre, Kjell Åge „Damage“ Karlsen, macht seine Sache aber wirklich sehr gut und holt einige wirklich sehr feine technisch versierte, fast schon Heavy Metal-artige Soli aus seinen flinken Fingern, was ja im Black Metal Bereich nun auch nicht so die Regel ist. Sehr gut nachzuhören u.a bei „Repository of divine transportation“, “Phantom of the Nemesis” und “Recognizant“. Die für meine Ohren sehr gute Produktion lag wieder in den bewährten Händen von Fredrik Nordström, der es trotz des Übermaßes an Orchesterparts (ob echt oder aus dem Rechner?) schafft, dass der Sound immer ausgewogen wirkt und man auch im Schlagzeugbereich nicht meckern braucht. Schön finde ich die immer wieder eingestreuten Pianoparts, u.a. nachzuhören bei „The Qryptfarer“, die der Musik noch mehr Klassisches verleihen. Wer natürlich eher auf den true Black Metal Style steht á la Gerumpel, Klospülung und Gitarren, die wie ein kaputter Rasierapparat klingen, wird hier nicht glücklich und sich nur am coolen Kreisch und Growl-“Gesang“ von Shagrath erfreuen könne. Klargesang sucht man dann allerdings in dem Bereich vergeblich und Abwechslung gibt es nur in Form einiger veritabler melodischer Background Gesänge (fast wie bei einer Oper) und Refrains oder dem bereits erwähnten eher Manowar-artigen Midtempostampfer „Recognizant“. Die Scheibe ist ob der enormen Länge, über 72 Minuten sind schon eine Menge Holz, nichts zum nebenbei hören, wobei ich aber nur auf die beiden Instrumentalstücke „Tridentium“ (Intro) und „Gjǫll“ (Outro) verzíchten würde. Wer sich also für eine Mischung aus Cradle of Filth, Bathory, Rhapshody of fire oder wahlweise Epica/Nightwish hinsichtlich der Symphonic Parts erwärmen kann, findet hier eine exquisite Scheibe, die von mir sechs Sterne bekommt. Beim nächsten Mal noch etwas mehr von den Gitarrensoli und die Höchstnote könnte winken. (Nuclear Blast) HJH
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