Nach dem etwas ausufernden „Diamonds, Rhinestones And Hard Rain“ wirken die Stockholmer auf „Ruin Everything“ wieder deutlich fokussierter. Die Schweden reduzieren ihre Kraut- und Spacerock-Exkursionen diesmal zugunsten echter Songs – ohne dabei ihre hypnotische Sogwirkung einzubüßen. Das erinnert stellenweise an Wooden Shjips, an die motorische Präzision von Neu!, natürlich auch an die Altvorderen von Hawkwind (der Opener hört auf den Namen „Hökvind“) oder an Spiritualized. Vor allem „Hökvind“ und „Big Flood“ entwickeln diesen wunderbar stoischen Drive, bei dem man nach wenigen Minuten jedes Zeitgefühl verliert und Richtung Outa Space abhebt. Jocke Åhlund und seine Band machen daraus allerdings keine retroverliebte Kosmische-Musik-Übung, sondern erstaunlich warmen, oft sogar eingängigen Psycho-Rock. Wo viele Genrekollegen bloß endlos jammen, besitzen Les Big Byrd weiterhin ein Gespür für Melodien und richtige Songs. Nicht unerwähnt sollte man noch die Nähe zu Stereolab und den Flaming Lips lassen. Guten Flug! (PNKSLM) HuSch
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https://youtu.be/hL5AMUu1sps?si=jFGqHPO080I0sgL9


