Aus Eye AM wird Sun don’t Shine – diese quasi Supergroup, bestehend aus den ehemaligen Type O Negative Musikern Kenny Hickey (g, voc) und Johnny Kelly (dr) sowie Crowbars Kirk Weinstein (g, voc) und Todd Strange (dr), hat es dann endlich geschafft, nach ein paar Singles damals, ein komplettes Album mit dem ebenso düsteren Titel „From birth to death“ einzuspielen. Die Produktion der Scheibe ist schon mal hervorragend gelungen (wird nicht erwähnt, aber Google sagt Duane Siomoneaux sei dafür verantwortlich) und die Mucke schön düster und in moll gehalten. Der leicht gepresste Gesang von Kenny HIckey ist allerdings schon etwas gewöhnungsbedürftig, wer aber mit Ozzy klarkommt, dem gefällt der auch, wird aber durch die sehr feinen Background Chorgesänge mehr als ausgeglichen. Zudem scheint auch Kirk bei dem einen oder andere Song den Leadgesang übernommen zu haben, klingt der doch ab und zu anders. Leider wurde dies im Promozettel nicht erwähnt. Musikalisch bewegen wir uns in der Schnittstelle von Black Sabbath, Trouble, Candlemass, Type O Negative, Crowbar, Soundgarden und den Beatles(!). Flotter Doom Metal trifft auf Poppiges und manchmal schaut sogar der Grunge aus den mid 90er Jahren vorbei. „When it’s time to leave“ wäre so eine Nummer. Ruhiger gehalten, und mit über sechs Minuten auch die längste Nummer der Scheibe, trifft hier Alice in Chains auf Kings X mit Beatles Anleihen im Harmoniegsang und toller Gitarrenarbeit. Diese ist übrigens durchgängig exquisit und glänzt mit wirklich ausgefeilten Soli. Leider ist nicht vermerkt, wer genau für sie verantwortlich ist. Beim „Sweat Leaf“ artigen „All you wasted“, das mehr als nur Anleihen bei der aktuellen Black Label Society-CD nimmt, gibt es zum Beispiel gleich deren zwei auf die Ohren, wo der Fuß dann extrem mitwippt. Den Black Sabbath Einfluss gut raushören kann man ebenfalls beim flott runtergezockten „Black to Red“, das in der Melodie an „Rock’n’Roll Doctor“ denken lässt und man sich generell zwischen den Alben „Sabotage“ und „Technical Ecstasy“ bewegt. Das balldesk daherkommende „In the End“ macht dann eine ebenso tolle Figur wie das vom mehrstimmigen Gesang und coolen Akustikgitarrenparts vorangetragene „Cryptomnesia“ mit einem weiteren Klasse Solo. Dass die neun Songs dann im Schnitt alle über fünf Minuten Laufzeit gehen fällt überhaupt nicht auf, denn die Scheibe vergeht echt wie im Flug. Unter Strich dann doch nicht immer ganz düster, sondern ab und zu mit Licht und Versöhnlichem versehen, gibt es für diesen Longplayer sechs Sterne verbunden mit der Hoffnung, dass dies nicht eine einmalige Sache war. (Back on Black) HJH
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