Das walisiche Quartet Godsticks hat bereits sechs Alben auf dem Buckel, ohne dass sich unsere Wege bis dato gekreuzt haben. Aber Album #7 „Void“ fand nun den Weg in meinen Auto CD Player und gefällt meinen Ohren. Für Progressive Rock/Metal, wie hier in der Schnittmenge von Bands wie Marillion, Muse, Dream Theater, Porcupiine Tree aber auch Leprous oder Haken, kann ich mich eigentlich immer erwärmen. Der Gesang von Darran Charles wird vielleicht nicht jedem zusagen mit seiner Mischung aus Serj Tankian, Zaher Zorgati oder auch Matthew Bellamy mit leicht knödeligem James Labrie. Mir gefällt er jedenfalls sehr gut und gleiches gilt auch für die eher kurzen Songs, die bis auf den achtminütigen Zweiteiler „Taliking two Walls“ (Teil 1 erinnert mich in seiner eher ruhig dahinfließenden Art an Muse gekreuzt mit Porucpine Tree) eher in der vier bis fünf Minuten Ecke daheim sind und nicht zu frickelig daherkommen. Späte Marillion mit H am Gesang lassen die Scheibe mit „Hope is burning“ ausklingen, während man beim Einstieg in das Album mit dem orientalisch angehauchten „M.I.A:“ eher die tunesisch/französische Band Myrath zu hören glaubt. Bei „Torn again“ gibt es einen kurzen, sehr passenden, düsteren – ich glaube – Cello Part, Muse schauen bei „Cant’t Withstand“ erneut vorbei, lassen aber hier dann eher an die späteren, eher düsteren, sperrigeren Alben denken als an Songs wie „Starlight“ oder „Knights of Cydonia“, fast allen Songs auf der Scheibe ist die unwahrscheinlich gute Gitarrenarbeit gemein. Die Soli sind absolut fantastisch, immer dem Songflow angepasst und nie zu frickelig. Die Produktion ist top notch, die Drums schön natürlich und was an der Scheibe malen nach Zahlen sein soll, erschließt sich mir ebenso wenig, wie eine „5,5 von 10“ Bewertung. Aber gut – Geschmäcker sind halt verschieden. Das Rad des Stils erfindet man sicher nicht aber.es macht Spaß sich das anzuhören. OK die Texte bzw. der lyrische Kontext ist reichlich düster ausgefallen. Da ich aber da eh nie sonderlich drauf achte (oder sie mir während des Anhörens im Kopf übersetze), spielt das für mich eh keine Rolle. Tolle Scheibe, die eigentlich sechs Sterne bekäme, aber wo ich mal wieder etwas abziehen muss für eine seltsame Labelvertriebsentscheidung: Die mit 43 Minuten nicht wirklich lange Scheibe gab es auch noch mit einer 3-Track-Bonus-CD mit zwei weiteren unveröffentlichten Songs aus den Aufnahmesessions und eine Pianofassung des oben erwähnten Tracks „Hope is Burning“. Allerdings nur für die, die die CD beim Label oder im Bandeigenen Shop vorbestellt hatten. Eine andere Option gibt es tatsächlich nicht, da dran zukommen. Schade. Dennoch eine Empfehlung für Fans der Band, der erwähnten anderen Bands und natürlich der Musikrichtung. (Kscope/Edel) HJH
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