Für Freunde des gepflegten Geschrotes aka Death Metal gibt es mit Album #12 „Descent“ der amerikanische Death Metal Legende Immolation neues Futter auf die Ohren. Mein Fall war diese Band trotz eines Klassikers wie „Dawn of Possession“ (Debüt von 1991) komischerweise nie, genauso wenig wie die musikalisch ähnlich gelagerten Suffocation, obwohl ich Fan des Genres bin. Das Vorgängeralbum „Acts of God“ war mir schlicht zu öde, ohne Abwechslung. Das hat sich mit der neuen Scheibe, zumindest was die Musik angeht, geändert. Es gibt nicht nur 41 Minuten lang voll auf die Zwölf, sondern die Band drosselt immer wieder mal das Tempo, schleppende Titel wie „God’s öast Breath“, mit ruhigeren Parts versehene Songs á la „These Vengeful Winds“ oder „Attrition“ wechseln sich ab mit Highspeed Brechern der Sorte „Adversary“ und „Bend towards the Dark“. Damit einem nicht vollständig die Ohren bluten hat man sogar eine coole instrumentale Nummer „Banished“ an Bord, die gut drei Minuten lang Wohlklang mit Piano, Streichern und schön melodischem Gitarrenspiel überleitet zum besten Song auf der Scheibe, dem mit über sechs Minuten epischen Titelsong, der die beste Gitarrenarbeit der kompletten Scheibe zu bieten hat und wo es ein wirklich tolles, melodiöses und zum Liedfluss passendes Endsolo gibt. Ansonsten hält sich das Gitarrenduo in der Hinsicht doch merklich zurück und nur beim bereits erwähnten „Adversary“ horcht man nochmal auf. Der Rest ist dann eher in die Kategorie kurz und knapp zu verorten. Der Mann am Schlagzeug, Steve Shalaty, hat noch immer Arme wie Baumstämme und beherrscht neben Double Bass Drums und Blastbeats auch noch das groovige Kesselrühren. „Host“ hört sich zumindest in Teilen an wie der kleine Bruder von „Roots“ von Sepultura. Gesanglich gibt es das typische Death Metal Growlen, ohne jegliche Varianz, was es doch etwas arg eindimensional macht. Hier haben andere Bands doch mehr zu bieten. Die Produktion ist dafür extrem fett und zumindest für meine Ohren sehr natürlich ausgefallen. So hätte mal die neue Dark Angel CD klingen sollen. Unterm Strich gefällt mir das Ganze eindeutig besser als der Vorgänger, auch wenn dieser im Gitarrensolibereich mehr zu bieten hatte. Natürlich nur für den, der kein Problem damit hat, wenn diese eher am Song vorbeigefiedelt werden. Für Fans der Band sowie von Cannibal Corpse, Benediction. Slayer, Possessed usw. eine empfehlenswerte CD. (Nuclear Blast) HJH
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