Julia Holter bleibt eine Meisterin der schönen Irritation. Auf „Materia“ nimmt sie die Klangwelt ihres letzten Albums „Something in the Room She Moves“ noch einmal auseinander und findet darin neue Zwischenräume: Stimme wird Instrument, Melodie wird Material, Elektronik und Kammermusik schieben sich ineinander wie Traum und Erinnerung. Schimmernde Synthesizer, ein Fretless Bass, überpurzelnde Perkussion, die Klarinette, Background-Stimmen wie aus dem Feen-Wald, das Klangbild ist fragil und luzide. Das ist weniger ein Album mit klaren Konturen als ein musikalisches Versuchslabor – aber eines von betörender Eleganz. Holter macht aus Fragmenten kleine Universen und beweist einmal mehr, dass Art-Pop auch dann aufregend sein kann, wenn er sich konsequent jeder Eindeutigkeit verweigert. Lange nicht so anstrengend wie Björk, nicht ganz so elektronisch wie Laurie Anderson und weniger Folk-orientiert als Joanna Newsom -Julia Holter eben. (Domino) HuSch
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https://youtu.be/mL7ihzEA_FU?si=0CtXo-e-OBtCXBN1


