altemaelze

III

Mattador

Positive Überraschung

So richtig produktiv sind die Melodic Rocker von Mattador ja nun nicht. Bald 40 Jahre gibt es die Band nun schon und nach dem 2022er Comeback erschien nun endlich Album # 2 mit dem etwas komischen Titel „III“ auf Frontiers Records. Über das echt üble Cover breiten wir mal lieber den Mantel des Schweigens. Wichtiger ist ja eh immer die Musik und bei dem Label auch die Produktion. Hier lag sie in den bewährten Hände von Bob St. John (u.a. Extreme oder Dokken) und ist schön druckvoll ausgefallen und die Drums hören sich richtig gut an. Dass die Band aus Costa Rica stammt hört man nicht raus, ich hätte sie eher nach Nord-Amerika verortet. Nicht auf eine falsche musikalische Fährte locken sollte man sich nach Einfuhr der Einstiegsnummer „Awake“, die fast schon in Richtung US Metal schielt, nur ohne Gitarrensolo bzw. dem zweiten eher harten „Out for Blood“. Gitarrensoli gibt es dann im Verlauf der restlichen elf Songs umso mehr und musikalisch wandelt man dann eher in Gefilden von Toto („Leviate“ mit viel Oh Oh Oh), Whitesnake/Led Zeppelin („Crawling“), Europe (dem orientalisch angehauchten mit der besten Gitarrenarbeit versehenen „Same Kind Of Crazy“), Schmuse Bon Jovi (die beiden Balladen „Say you‘ll stay“ und das mit viel Akustikgitarren und Streichern untermalte “ Falling Backwards“) und White Lion (Albumcloser „No Way out“). Aus dem Rahmen fällt das coole Instrumental „Portal“, das mich auch von den Gitarren her und dem Keyboardeinsatz an Deep Purple mit Joe Satraini erinnert. Unterm Strich sehr schönes Scheibe, die mir auch wegen des richtig starken Gesangs fünfeinhalb Sterne wert ist. Eine positive Überraschung auf alle Fälle,. Sollte man als Fan der Musikrichtung in der Sammlung stehen haben. (Frontiers) HJH

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