LaBrassBanda eröffneten am 16. Juli das Festival auf der Piazza im Regensburger Gewerbepark mit einem Konzert, das von der ersten Minute an keinen Zweifel daran lässt, warum die acht Musiker seit Jahren zu den mitreißendsten Live-Bands des Landes zählen. Mit unbändiger Spielfreude, großer Publikumsnähe und einem unwiderstehlichen Groove verwandeln sie die gut gefüllte Piazza am Donnerstagabend in eine einzige Polka-Party.
Schon zu Beginn macht Frontmann Stefan Dettl klar, wohin die Reise geht. Mit ausgestreckten Armen animiert er die gut 2000 Fans, ihm zu folgen. „Und dann einmal fühlen, wie sexy der eigene Körper ist“, fordert er die Zuschauer auf und streicht mit den Händen über Gesicht, Brust und Hüfte – eine Übung, wie er augenzwinkernd erzählt, die er von einer brasilianischen Konzertbesucherin gelernt habe, als die Band in Brasilien auf Tour war. Locker sein, sich selbst feiern – genau diese Haltung prägt den gesamten Abend.
Barfuß und in Lederhosen spielen sich LaBrassBanda gut zwei Stunden lang, inklusive Zugaben, mit beeindruckender Energie durch ihr Repertoire. Die Mischung aus Polka, Brass, Techno und Pop funktioniert dabei ebenso selbstverständlich wie Ausflüge in rockigere Gefilde. Mittlerweile gehört sogar eine kraftvolle Hardrock-Nummer zum Programm, in der Gitarrist Michael Wagner sein Können eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Zwischen den Songs sorgt Dettl mit humorvollen Anekdoten für Unterhaltung. So erzählt er, wie Tubist Matthias Hoffmann die Idee zu „Australien“ von einer Reise mitbrachte, und imitiert dabei überraschend authentisch den Klang eines Didgeridoos. Während er gestikulierend über die Bühne springt, bleibt ihm dennoch genügend Luft zum Singen und Trompetenspielen. Gleichzeitig versteht er es, den Fokus immer wieder auf seine Bandkollegen zu lenken. Virtuose Soloeinlagen von Posaunist Manuel Winbeck, Trompeter Jörg Hartl und Gitarrist Michael Wagner zeigen eindrucksvoll das hohe musikalische Niveau der Formation.
Zu den Höhepunkten des Abends zählt „Nackert“, mit dem LaBrassBanda 2013 beim deutschen ESC-Vorentscheid den zweiten Platz belegten. Dettl erinnert mit viel Selbstironie an den Anruf des NDR und betont, dass der Spaß an der Musik für die Band stets wichtiger gewesen sei als das Ergebnis. Genau dieser Spaß ist während des gesamten Konzerts spürbar – auf der Bühne ebenso wie im Publikum. Beim Titel „Space Bäda“ vom aktuellen Album Polka Party wird schließlich die ganze Piazza Teil der Show. Eine einfache Choreografie mit acht Schritten vor und acht zurück genügt, um nahezu alle Besucher zum Mitmachen zu bewegen. Stillstehen ist an diesem Abend keine Option.
LaBrassBanda gelingt es einmal mehr, live mühelos die Brücke zwischen alpenländischer Tradition und moderner Clubmusik zu schlagen. Mit ihrer mitreißenden Bühnenpräsenz, musikalischen Virtuosität und ansteckenden Lebensfreude liefern sie einen Festivalauftakt, der seinem Namen alle Ehre macht und das Publikum begeistert in die Sommernacht entlässt.


