altemaelze

Opus Barbaricum

Solemity

Orchestraler, sinfonischer Bombast-Power-Metal

‚Never judge a book by its Cover‘ sagt man, wenn man, so wie hier, ein grausiges KI-generiertes CD Cover sieht und gleich mal vom Schlimmsten musikalisch ausgeht. Aber die „Band“(?) Solemity, es sind keinerlei Musiker aufgeführt außer Sänger Sven the Axe (der eine richtig gute Stimme hat), bietet auf Album #6 “Opus Barbaricum“ eine Mischung aus knuffigen Power Metal skandinavischer Art, also Stratovarius/Sonata Arctica u.a. bei „Nightmares from the Neighborhood“, Hammerfall „The last Ghostrider“ und „Gladiator“ oder Sabaton mit besserem Gesang bei „Meat Evil“ (der Text ist der Brüller) oder „The Dragon“ (Black Metal Text trifft auf Happy Music), schönen Balladen „Freya“ (bester Song wo die Scorpions grüßen lassen), „The Sleeper“ (mit viel Piano) und der Rauswerfer „Frozen ‚n‘ Time“. Bei den eher herzhaften Double Bass Drums Nummern „Bitch with the Bow“ und dem schunkeligen „We will shine“ nervt aber der künstliche Drum Computer noch mehr als beim Rest der knapp 76 Minuten mit seinem Geklöppel. Erstaunlich, denn eigentlich ist die Eigenproduktion sonst recht gelungen und lässt z.B. die letzten Virgin Steel Alben alt aussehen. Etwas seltsam tönt auch das Orchester bei der Rhapsody of FIre artigen Nummer „Storm of Steel“ wo der Manowar Fan textlich glücklich wird ob des Sterbens mit Stahl, Wikinger usw. Besser ist hier die Eclipse Hard Rock Nummer „Idiocracy“ und wer dann nochmal richtig lachen will ob schrägen Textgutes der Edguy Stampfer „Cheescake Commando“ lädt dazu sein. Unterm Strich eine mit 17 Songs schon fast zu lange Scheibe, deren Vorzüge neben dem Gesang bei den sehr flinken Gitarrensoli liegt, die sich gerne auch mal ein flottes Duell liefern. Was davon echt und was am Computer generiert wurde lässt sich hier aber nicht wirklich raushören. Mir gefällt es dennoch ganz gut und somit sollten die fünf Sterne hier angemessen sein. Fans der erwähnte Bands aber auch All for Metal bzw. Brothers of Metal hören mal rein. Und zur Bandfrage – bis zur Bandauflösung 2018 war das vier Musiker, jetzt hat der Sänger sieben Jahre später das als Solo-Projekt reaktiviert. (Housemaster) HJH

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal