altemaelze

Inferno

Boards of Canada

Analoge Electronica

Diese Musik klingt, als hätte jemand alte Schulfernsehfilme, kaputte VHS-Bänder und die Erinnerung an einen Sommer 1983 gemeinsam in Teer getaucht. „Inferno“ wabert und flimmert sich durch analoge Nebelschwaden, die Beats wirken wie aus halb zerfallenen Drumcomputern gepresst, darüber liegen diese typischen Boards-of-Canada-Melodien, die gleichzeitig Geborgenheit und latent schlechte Vorahnung erzeugen. Das Duo bleibt seinem Konzept treu: keine plakativen Höhepunkte, keine kalkulierten Hooks, sondern ein Sog aus bröselnden Synthesizern, unterschwelligen Stimmenfetzen und hypnotischer Wiederholung. Gerade dadurch entsteht eine eigentümliche Intensität. Musik wie ein vergilbter Dia-Abend über das Ende der Welt. Wer sterile Elektronik oder klinische Präzision sucht, wird hier nervös werden. Wer sich dagegen gerne in melancholischen Zwischenwelten von My Bloody Valentine über Nine Inch Nails bis hin zu den Cocteau Twins verliert, bekommt einen weiteren Beweis dafür, dass Boards of Canada nach wie vor Großmeister des schönen Unbehagens sind. (Warp) HuSc

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https://youtu.be/cDCIdAGzhG0?si=4xlKYKNiquCqS5dP