altemaelze

Joka

Gidon Carmel & Kyle Morton

Ein wichtiges Album zum Holocaust

Das Album erzählt die Lebensgeschichte von Carmels Großmutter Joka – von ihrer Deportation nach Auschwitz über die Jahre nach dem Holocaust bis zu ihrem Tod in Israel 1978. Es entstand über einen Zeitraum von drei Jahren und ist eine Zusammenarbeit zwischen dem US-amerikanischen Sänger, Songwriter und Produzenten Kyle Morton (Typhoon) und dem in Israel geborenen und seit vielen Jahren in Berlin beheimateten Schlagzeuger, Songwriter und Produzenten Gidon Carmel (Lucy Kruger & The Lost Boys, Amistat, Flora Falls, Lucas Laufen). „Joka“ versteht sich ausdrücklich als Antikriegsalbum. Carmel und Morton positionieren sich gegen Rassismus, ethnonationalistische Ideologien und Völkermord. Zugleich wenden sie sich gegen die politische Instrumentalisierung der Shoah – sei es als Rechtfertigung gegenwärtiger Gewalt oder als moralische Selbstentlastung. Das so eine Geschichte keinen Yacht-Pop verträgt ergibt sich von selbst. Das gesamte Album ist tief emotional, melancholisch, getragen, von düsteren Gesängen und Orchestrierungen durchzogen, polyrhythmisch, bombastisch bis brutalistisch, hat aber auch seine sensiblen und ruhig-getragenen Momente. Wer hier eine Einordung sucht ist beim Prog-Rock noch am besten aufgehoben. Vielleicht kein wirklich schönes, aber ein verdammt berührendes und wichtiges Album (Pop-Up) HuSch ****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

https://youtu.be/LhDwNRV61Es?si=iyl7HoyaHzC75g3w