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Edenbridge – Flowerleaf -Miracle Flair

Kritik zum Konzert am 15. März im „Airport“ in Obertraubling

Vergnüglicher Dreier-Pack im „Airport“, doch leider wenige Besucher!

Einen teilweise sehr vergnüglichen symphonic Metal Abend gab es am 15. März im leider sehr spärlich gefüllten Airport. Warum Symphonic kleingeschrieben? Nun außer dem typischen Frauengesang und einiges an Keyboard- und Orchesterparts regierte eine gesunde Härte bei diesem Konzert. Leider blieb die erste Vorband, Miracle Flair aus der Schweiz, doch sehr blass. Das lag zum einen an der doch eher durchschnittlichen Stimme der Sängerin, zum anderen aber auch am Schlagzeugsound, der komplett alles niederbügelte, was zur Folge hatte, dass ich tatsächlich keine Ahnung hatte in welcher Sprache gesungen wurde. Schade um die interessanten Texte. Trotz einiger schöner Gitarrensoli, die nicht immer so ganz zum Song passen wollten, und coolem Bassspiel blieb nichts wirklich hängen außer dem bester Song „The Untold“. Somit bleibt es dabei, dass keines der drei Alben der Schweizer in meine Sammlung wandert. Die Majorität der Songs stammt vom „aktuellen“, bereits fast sechs Jahre alten Album „Synchronism“. Die knappe 45 Minuten vergingen dennoch recht flott und dass Publikum spendete kräftig Applaus.

Wie es um Längen besser geht bewies dann das brasilianisch/deutsche Quartett Flowerleaf, deren Sängerin nicht nur viel mehr Bewegungsfreude zeigte, sondern eine echt beeindruckende Vocalrange aufweist. Normaler Gesang, Oper (bewies sie bei einer kurzen Einlage ohne Mikro), Death Metal Growls – hier wurde alles aufgeboten. Und das mühelos in einem Song. Arch Enemy hätte sie locker nehmen können als neue Sängerin. Bei Epica würde sie auch eine klasse Figur abgeben, so dass man die musikalische Schnittmenge weiß. Die Rhythmusfraktion hatte ordentlich Pfeffer im Hintern und zeigte bei einer längeren Passage, dass man ursprünglich aus Brasilien stammt. Formidable Gitarrensoli rundeten einen wahrlich gelungen Auftritt ab, an dessen Ende ich nur sehr erstaunt feststellen musste, dass die erst kürzlich erschienene zweite CD „Dreamerie“, von der ein Großteil der Songs stammt, wie das Debüt auch nur im Eigenvertrieb erschienen ist. Sehr erstaunlich, dass sich da noch kein Label gefunden hat, oder die Band will es so. Top und hier waren die 45 Minuten leider zu kurz.

Edenbridge als Headliner mussten sich dann ganz schön strecken um hier mithalten zu können. Hat man dann auch gut geschafft mit einer knapp 100 Minuten langen engagierten Leistung und auch – Dank gleich zweier Gitarren – knackiger Härte. Der Fokus lag in der Setlist natürlich auf dem neuen Album bzw. dem Tourmotto „Set the dark on Fire“, welches dann auch gleich mit sechs Songs bedacht wurde. Der Rest stammte dann eher von der jüngeren Vergangenheit und das Klasse Debüt von „200 Sunrise in Eden“ wurde genau wie fast alle frühen Alben komplett ignoriert. Sehr schade. Auch dass vieles vom Band kam, natürlich kann man kein Orchester mit auf Tour nehmen, und auch die Backgroundgesänge nicht live waren hat mich etwas irritiert. Das fast nur sinnlos herumstehende Keyboard wurde nur minimal eingesetzt. Davon abgesehen war Sabine stark bei Stimme, klasse zweistimmige Soli sorgten für offene Münder, auch hier sorgten Bass und Drums für ein sehr stabiles musikalisches Fundament und mit „Bonded by Light“ vom aktuellen Album gab es die einzige quasi Ballade des Abends auf die Ohren. Auch in der Liveversion ein James Bond Titelsongkandidat. Nach zwei Zugaben und gut hundert Minuten fand der Abend dann ein schönes Ende, wobei beim Rauswurflied „Higher“ dann alle Bandmitglieder der beiden Vorbands mit auf der Bühne standen und die beiden anderen Sängerinnen in den Refrain mit einstigen. Schönes Bild, schöne Geste, die ich so auch noch nicht gesehen habe. Bei Setlist.fm wird man sicher über kurz oder lang die Songs nachlesen können, wer sich dafür interessiert. (HJH)