altemaelze

Inferno

Lion’s Share

Neues nach 17 Jahren Recording-Pause!

17 Jahre hat es gedauert bis die schwedische Metal Band Lion’s Share mit „Inferno“ ein neues Album im Frühjahr auf den Markt wirft. Produziert von Lars Chris, überzeugen mich zum einen seine formidablen Gitarrenkünste (die Soli, von denen es teilweise gleich zwei pro Song gibt, sind exquisit und immer zu Songfluss passend) und zum anderen der echt coole Bass von Andy Loos, der Akzente setzt und ab und zu fast wie eine zweite Gitarre rüberkommt. Auf der negativen Seite stehen dann das doch leider arg künstlich klingende Schlagzeug (Neudi würde hier gleich ausdrehen) und der sehr knödelig, gepresste Gesang von Nils Patrik Johansson, der mir schon bei seiner Hauptband Astral Doors nicht wirklich gefällt. Sehr schade, denn die Songs sind alle mit viel Schmackes eingespielt und haben eine gesunde Härte („Pentagram“ z.B.), wobei mir die Dio beeinflussten, mit schönen Melodien und Refrains unterfütterten Tracks noch mehr zusagen: „We will rock“ als eine Double Bass Drums/Keyboard geschwängerte Hommage an „We Rock“ oder das doomig/epische „Run for your Life“ mit sieben Minuten Länge, coolem ruhigen Orchestermittelteil und fabelhafter Gitarrenarbeit. Mein Anspieltipp, denn hier ist der Gesang dann auch gut anhörbar. Ansonsten finden Fans von Brainstorm bei „Another Desire“ gefallen, während der Primal Fear Anhänger die Fäuste nach oben reckt und zu „Live Forever“ (sehr edle zwei Soli) die Matte kreisen lässt. Accept schimmern bei „The Lion’s Trail“ durch und Balladenfreunde bleiben komplett außen vor. Gibt schlichtweg keine. Von meiner Warte aus gibt es dann in der Schnittmenge viereinhalb Sterne (sechs für Musik, Gitarre, Bass, Keyboards, drei für Drums und Gesang) und der Interessierte checkt mal lieber erst YouTube ob er mit dem Gesang klarkommt. Dave Mustaine gefällt mir hier um einiges besser und der ist schon kein „Pavarotti“. (Metalville) HJH

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