Nive Nielsen ist eine Inuit, stammt aus Nuuk, der Hauptstadt Grönlands und neben dem Singer/Songwriter-Handwerk ist sie noch Film- und Theater-Schauspielerin und u.a. in der Verfilmung von „Fräulein Smilas Gespür für Schnee“ (eines meiner Lieblingsbücher) zu sehen. Das Album schien noch vor den Allmachtsansprüchen eines Herrn Trump auf Grönland entstanden zu sein, denn davon ist hier (noch) nicht die Rede. Es verhandelt leitmotivisch Identität, Sozialisation und die Kraft weiblicher Familiengeschichten. „My Mother’s Name“ klingt zugleich spröde und warm, irgendwo zwischen Indie-Folk, Americana und einem Hauch psychedelischem Post-Punk. Nielsen singt mit dieser wunderbar unaufgeregten Stimme, irgendwo zwischen dem samtigen Flüstern Hope Sandovals und der spröden Intimität einer Cat Power ihre Geschichten eher beiläufig, als sie auszurufen. Slide-Gitarre, ein Cello, Zugposaune, trockene Rhythmen und eigenwillige kleine Klangverschiebungen verhindern zuverlässig jede Lagerfeuerromantik. Musikalisch liegt das irgendwo zwischen der verschrobenen Intimität Aldous Hardings, dem wundersam beschädigten Americana von Sparklehorse, dem zerschossenen Rock vom Gun Club und den artpoppigen Seitensprüngen Cate Le Bons. (Glitterhouse) HuSch
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https://youtu.be/ICLQwxuB3GU?si=hqGB2wg9PpTDbuio


