Anette von Eichels neues Album „Halo“ zeigt eine ausdrucksstarke und ungewöhnliche Jazz-Sängerin, die sich nicht auf einen festgelegten Gesangsstil beschränkt. Die in Köln lebende Künstlerin singt klar und melodisch, kann aber ebenso flüstern, hauchen oder fauchen. Gerade diese Wechsel verleihen den Stücken ihre besondere Spannung und machen aus jedem Song eine kleine Szene zwischen Nähe und Distanz. Die Musik bleibt stets offen für Nuancen und spontane Wendungen. Eine ausgeprägte Improvisationsfreude prägt das Zusammenspiel, ohne dass die Stücke ihre klare Form verlieren. Pianist Sebastian Sternal steuert solistische Feinheiten bei, die den Kompositionen zusätzliche Tiefe geben. Sein Spiel reagiert aufmerksam auf Eichels Stimme und schafft gemeinsam mit Bass und Schlagzeug einen beweglichen, transparenten Klangraum. „Halo“ lebt von der Balance zwischen präzisen Arrangements und der Freiheit des Augenblicks. Die hervorragende Aufnahmequalität unterstützt diesen Eindruck: Jeder Atemzug, jede klangliche Reibung und jede dynamische Veränderung bleibt präsent und wirkt zugleich natürlich. Mit „Halo“ bereichert Anette von Eichel die deutsche Jazzszene um ein beeindruckendes Album von internationaler Qualität. (Double Moon Records) HuGe
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