altemaelze

Zwischen Zeilen und Welten

Hunzgrippe

Dicht und eigenwillig

Mit „Zwischen Zeilen und Welten“ legen HUNZGRIPPE ihr bislang ambitioniertestes Album vor. Das vierte Studioalbum der Mundart-Rocker Roland Frank und Michael Schurr ist zugleich ihr erstes echtes Konzeptalbum. Zwölf Songs verbinden persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen, historischen und metaphysischen Themen. Dabei kreist alles um Übergänge: zwischen Lebensphasen, Menschen, Wirklichkeiten und Welten. „Egal wohin wir ziehen“ eröffnet das Album mit einer Liebesgeschichte gegen die Unruhe der Gegenwart. „Danzen im Reng“ begegnet globaler Verunsicherung mit trotzigem Optimismus. Mit „Das Resultat“ und „Zammadsteh“ tauchen HUNZGRIPPE tief in metaphysische Fragen ein. „Nebelwoid“ macht den Herbst zum Sinnbild für das Leben und den Weg durch unsichere Zeiten. Besonders eindrucksvoll ist die zweiteilige Geschichte um „Die toten Kinder vom Bräu“. Der historische Stoff aus dem Jahr 1648 entwickelt eine beklemmende, fast filmische Atmosphäre. Die Orchestrierung von Bogdan Babiyuk verstärkt dabei die dramatische Wirkung. Christian Maier sorgt zudem für musikalische Unterstützung und zusätzliche Klangfarben. Persönlich wird es in „Da letzte Dog in meim Jahrzehnt“, einem offenen Blick auf das Älterwerden. „Gestern (vor fünf Minuten)“ überzeugt durch seine ungewöhnliche Perspektive auf Verliebtheit. Mit „Ruder in der Hand“ formuliert das Duo schließlich den Wunsch nach Selbstbestimmung in chaotischen Zeiten. „Ewig“ setzt mit einer poetischen, „liaben“ Liebeserklärung einen versöhnlichen Schlusspunkt. Musikalisch wie thematisch sprengt das Album gängige Schubladen und verlangt Aufmerksamkeit. „Zwischen Zeilen und Welten“ ist dicht, eigenwillig und voller Geschichten, die nachwirken. HUNZGRIPPE liefern damit ihre bislang reifste Arbeit. (Artist MS/Modern Noise) P.Ro

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