TOMMY AND THE TELEBOYS machen Musik, die sich nur schwer in Schubladen stecken lässt – und genau darin liegt ihre Stärke. Auf „Bits And Pieces, Poorly Explained“ vermischen sie Garage-Rock, Psychedelia, Krautrock, Post-Punk, Fuzz und Electronica zu einer fiebrigen, tanzbaren und überraschend homogenen Mixtur. Auch der Nachfolger des Album-Debuts „Gods, Used, In Great Condition“ von 2024 klingt wild, verspielt und laut, kann aber ebenso relaxt und schwebend sein. Die Songs leben von treibenden Rhythmen, flirrenden Gitarren und ständigen Richtungswechseln. Oft beginnt ein Stück entspannt und swingend, bevor die Band plötzlich die Zügel loslässt und krachende Gitarrenwände entfesselt. Dabei wirkt die Stilvielfalt nie beliebig, sondern wie ein Freifahrtschein für eine Band, die Genregrenzen bewusst ignoriert und ihren eigenen Sound immer weiter auslotet. Auch inhaltlich geht es weniger um große Konzepte als um die kleinen und absurden Momente des Alltags: Liebe, Unsicherheit, Lethargie, Dates, FOMO, Raucherei oder einfach eine gute Nacht mit den richtigen Menschen. Tracks wie „Everyday“, „Atmen“, „Carl Mc Pautney“, „OK Hole“ und „Pretty Nice To Meet You“ zeigen dabei die ganze Bandbreite – von ironischem Alternative-Rock über Headbanger-Energie bis hin zu Krautrock, Noise und Garage-Psych. Die Jungs aus der mitteldeutschen Provinz zwischen Halle und Berlin geben sich nicht mit einem Sound zufrieden – sie nehmen sich alles, was ihnen gefällt, und machen daraus etwas Eigenes. Ein farbenfrohes, ekstatisches und vor allem verdammt grooviges Album, das man kaum still hören kann. (Noisolution) P.Ro
****/*
******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal


