Nach acht Jahren Studioabstinenz melden sich die niederbayerischen Thrash-Metaller Antipeewee mit Under the Banner of the Old Gods eindrucksvoll zurück. Die Band bleibt sich auch im neuen Line-Up ihrer seit jeher gepflegten Mischung aus deutschem und Bay-Area-Thrash treu, präsentiert sich jedoch gereifter, fokussierter und deutlich druckvoller produziert als auf den Vorgängern. Das Konzept aus Lovecraft-Horror, okkulter Atmosphäre und kompromissloser Thrash-Attacke funktioniert dabei besser denn je.
Schon der eröffnende Titeltrack macht klar, wohin die Reise geht: treibende Riffs, ein hymnischer Refrain und eine düstere Atmosphäre, die den Hörer direkt in die Welt der Großen Alten zieht. Sänger Philipp „PeeWee“ Schnepka überzeugt mit aggressiver, markanter Stimme, während die beiden Gitarren messerscharfe Riffs und melodische Leads abliefern. Die Rhythmussektion sorgt dabei für das nötige Fundament und treibt die Songs mit viel Energie nach vorne. Besonders stark fallen Stücke wie „Death by Fire“, „Among the Dead“ oder „In the Night We Come for You“ aus, die eingängige Refrains mit klassischem Thrash-Drive verbinden. Gleichzeitig zeigt die Band Mut zur Abwechslung: „Ivory Throne“ überrascht mit orientalisch angehauchten Melodien und akustischen Passagen, ohne dabei den roten Faden des Albums zu verlieren. Den krönenden Abschluss bildet das epische „Temple of Uvhash“, das mit seiner Spielzeit und seinem atmosphärischen Aufbau noch einmal die gesamte Bandbreite von Antipeewee präsentiert.
Produktionstechnisch klingt das Album druckvoll und modern, ohne den rauen Charme klassischer Thrash-Metal-Veröffentlichungen einzubüßen. Jede Instrumentenspur ist klar hörbar, dennoch wirkt der Sound niemals steril. Gerade die Gitarrenarbeit und die melodischen Soli setzen immer wieder Akzente und verleihen den Songs einen hohen Wiedererkennungswert. Textlich bleibt sich die Band treu und widmet sich erneut den düsteren Geschichten von H. P. Lovecraft und dem Cthulhu-Mythos. Das verleiht dem Album eine geschlossene Atmosphäre und hebt Antipeewee von vielen Genrekollegen ab, die sich überwiegend klassischen Thrash-Themen widmen.
Mit Under the Banner of the Old Gods gelingt Antipeewee ein überzeugendes Comeback. Die Band verbindet klassische Thrash-Metal-Tugenden mit melodischem Feingefühl und einer dichten Horror-Atmosphäre. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreiches Album, das sowohl Fans von Kreator, Testament oder Exodus als auch Liebhaber modernerer Thrash-Spielarten ansprechen dürfte. Nach der langen Pause zeigt sich die Band stärker denn je – und setzt ein deutliches Ausrufezeichen in der deutschen Thrash-Szene. (Slash Zero Records) P.Ro
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