Eine musikalische Mischung aus Modern Metal, Rock und Hardcore löst bei mir ja immer eher weniger Begeisterung aus eine CD anzuhören. Genau in diese Kerbe schlägt das Debüt Album „From Hell“ der deutschen Band Blood White. Fett produziert, tritt das Quintett mit komischen Namen á la Dr. Zero oder Mr. Bonesaw und Masken vorm Gesicht in das musikalische Rampenlicht. Und was soll ich „sagen“, die Mucke kann sich echt hören lassen. Der Sänger kommt wie eine coole Mischung aus Chris Harms und Mr. Lordi daher, die Refrains sind teilweise extrem melodisch poppig (auch wenn mir das ewige Wiederholen des Songtitels dann doch irgendwann auf die Nerven geht) und die beiden Gitarristen bringen ungewöhnlich viele fein Soli aufs Parket. Weitere Pluspunkt: Man verzichtet fast vollständig auf Synthiegeblubber. Bandmaßig gibt es Musik von In Flames bei „All I said was a Lie“ bzw. „Unholy Water“ (extrem melodisch hier der Refrain plus coole Streicherparts). groovigen Metal wie man es von Five Finger Death Punch her kennt „Bloodified“, eine etwas ruhigere Nummer „Run or die“ mit Akustikgitarren zu Beginn und am Ende mit sehr gutem Klargesang, einem kapitalen Ausfall der sich hier „I smell blood“ nennt (Songtext besteht fast nur aus dem Songtitel und bewegt sich musikalisch nur auf einer Tempoebene ohne mal die Geschwindigkeit anzuziehen. Da rettet ihn weder das klasse Solo noch der Rob Zombie Einfluss. Öde Nummer). „Guns & Fear“ vereinen GWAR mit Slipknot, passend zu der Maskierung und Namen, stark die Lord of the Lost Nummer „Fear“ mit fetten Basslines und wer schon immer mal wissen wollte wie sich Eisbrecher oder auch Rammstein anhören, wenn man die Songs Gitarrentechnisch mal so richtig aufbohrt, der weiß das spätestens nach „Before I die“. Die ungewöhnlichste Nummer hat man sich dann für den Schluss aufgehoben mit dem Titelsong: Eine Thrash Metal Nummer, die man so eher von Testament Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre her kennt mit einem weiteren sehr melodischen Refrain und toller Gitarrenarbeit. Unterm Strich bin ich echt angetan von der Scheibe, die mir starke fünfeinhalb Sterne wert ist. Höhere Benotung verhindern nur die erwähnten Schwachpunkte, die man vielleicht bei einem Folgealbum ja dann ausgemerzt hat. Bei YouTube kann man übrigens auch schon in einige Titel reinschauen/hören. (Metalville) HJH
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