Simone Kopmajer hat in den vergangenen Jahren einige wirklich feine Alben vorgelegt. Bei der neuen Zusammenarbeit mit Viktor Gernot bin ich allerdings etwas zwiegespalten. Gesanglich harmonieren die beiden hervorragend – das Zusammenspiel ist warm, locker und charmant. Doch nicht alle Arrangements und Coverversionen der legendären Vorlagen überzeugen gleichermaßen. „Come Fly With Me“, bei Sinatra ein Stück voller Drive und Eleganz, wirkt hier etwas zu zahm – da wäre mehr Schwung drin gewesen. Mutig ist der Griff zu „Take Five“, und überraschenderweise funktioniert das erstaunlich gut. Das Drum‑Solo ist sogar ein echtes Highlight. Ganz anders „One Note Samba“ (Jobim/Mendonça): Diese Version greift für mich überhaupt nicht, da fehlt der Fluss – weiterklicken. Da bleibe ich doch lieber bei ihrem Album „My favorite Songs“ von 2019 (enthält starke Versionen von „Rolling in the Deep“, „What‘s going on“, „Have you ever seen the Rain“ etc.). Versöhnlich stimmt dann wieder „Always There“, getragen von einem sehr gelungenen Duo‑Gesang, der zeigt, wie gut Kopmajer und Gernot miteinander funktionieren können. Unterm Strich: ein Album mit Licht und Schatten – starke Momente, aber auch einige, die hinter den Erwartungen zurückbleiben. (Lucky Mojo Records)
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