altemaelze

Deathward

Teeth of Lamb

Musikalisch bleiben die Oberpfälzer ihrem Fundament treu

Mit „Deathward“ legt Teeth of Lamb das zweite Studioalbum vor und unterstreicht eindrucksvoll die Weiterentwicklung der Band seit „Soul Gutter“. Nach der ersten EP (2018) und dem Debüt von 2020 liefert die Formation aus dem Raum Amberg in der Oberpfalz nun neues Material, das ihre musikalische Identität weiter schärft. Musikalisch bleibt sich die Band um Frontman Wolf J. treu und kombiniert seinen aggressiven Mix aus Thrash- und Speed Metal mit punktuellen Death-Metal-Elementen. Im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen wirkt „Deathward“ jedoch fokussierter, kompakter und direkter. Die Songs verzichten weitgehend auf verspielte Umwege und setzen stattdessen auf Härte, Tempo und klare Strukturen. Besonders die Gitarrenarbeit prägt den Sound: schnelle Riffs, klassische Soli und eine ausgeprägte Old-School-Attitüde treffen auf eine moderne, druckvolle Produktion. Mit acht Tracks und einer Spielzeit von rund 30 Minuten bleibt das Album bewusst kurz gehalten, entwickelt dabei aber einen geschlossenen Charakter. Stücke wie „Disobey“ eröffnen kompromisslos und energiegeladen, während „Hellhounds“ mit treibender Dynamik und hymnischem Refrain überzeugt. „This Rope Is Not Mine“ bringt eine düstere Note mit stärkerem Death-Metal-Einschlag ein, und der Titeltrack „Deathward“ bündelt schließlich die zentralen Stärken des Albums: Geschwindigkeit, Aggression und Struktur. Inhaltlich drehen sich die Songs um den Tod in all seinen Facetten – mal brutal und beklemmend, mal mit schwarzem Humor – wobei trotz stilistischer Vielfalt ein roter Faden erkennbar bleibt. Aufgenommen im bandeigenen Studio und erneut von Torsten Sauerbrey gemischt und gemastert, setzt die Produktion auf Authentizität: echte Drums, echte Amps, keine überflüssigen Spielereien. Das Ergebnis ist ein roher, ehrlicher Sound, der die Live-Energie der Band einfängt, ohne dabei an Durchsetzungskraft zu verlieren. Auch visuell bleibt die Band ihrer Linie treu, mit einem Artwork des südamerikanischen Künstlers Jesus Lhysta, das die düstere Thematik des Albums eindrucksvoll widerspiegelt. „Deathward“ ist eine konsequente Verdichtung des bisherigen Sounds: härter, direkter und selbstbewusster. Für Fans von schnörkellosem Thrash mit moderner Härte ist das Album eine klare Empfehlung – weniger innovativ, aber dafür umso ehrlicher und energiegeladener Metal. (Kernkraftritter Records) P.Ro

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