altemaelze

Pathways

Meltt

Flüchtige Pop-Momente aus Vancouver

Zwischen schimmernder Nostalgie und vorsichtig tastender Gegenwart entfaltet die Alt- & Psycho-Pop-Kapelle aus Vancouver seine Wirkung nicht mit einem Knall, sondern mit einem leisen, stetigen Sog. Meltt setzen weniger auf klare Hooks als auf Atmosphäre – Gitarrenflächen perlen, Synthies glühen im Hintergrund, und über allem schwebt eine Stimme, die mehr andeutet als erzählt. Das Problem: Diese Zurückhaltung kippt stellenweise in Beliebigkeit. Wo Tiefe entstehen könnte, bleibt oft nur wohlige Unverbindlichkeit. Die Songs verlieren sich im eigenen Sounddesign, statt sich zuzuspitzen. Gerade in der zweiten Hälfte wünscht man sich mehr Reibung, mehr Mut zum Bruch. Und doch: Wenn die Band ihre Balance findet, blitzt das Potenzial auf. Dann entstehen Momente, die hängen bleiben – flüchtig, aber schön, wobei man sich nicht so ganz zwischen Beach House und The War on Drugs entscheiden kann. „Pathways“ ist kein großes Statement, eher ein sanftes Treibenlassen. Man kann sich darin verlieren. Muss man aber nicht. (Nettwerk) HuSch

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal

https://youtu.be/y5PEGBhzVr8?si=bo0ybCBbMTYRMnvw