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Masterplan

Kritik zum Konzert am 17. April im „Airport“ in Obertraubling

Gelungene Show, die mehr Besucher verdient hätte!

125 Minuten feinsten Power Metal mit etwas Progressive Metal Einschlag beim Support Cave gab es am 17. April auf die leider eher schmal vorhandenen Ohren im Airport in Obertraubling, denn der Besuch war schon mäßig. Bei bestem Sound überzeugten Masterplan mit einer gelungenen Mischung aus allen bisher veröffentlichten Alben. Der Fokus lag mit sieben Songs (also der Hälfte der Setlist) aber auf dem selbstbetitelten Debüt von 2003, womit zumindest mir noch „Enlighten Me“ im Gedächtsis blieb. Halt doch schon sehr lange her, dass ich eines der Alben gehört hatte. Zwei neue, sehr starke, von Double Bass Drums vorangetriebene Lieder aus dem Ende Juni erscheinenden neuen Album „Metalmorphosis“ (dem ersten richtigen seit über 13 Jahren) „Chase the Light“ bzw. dem schön harten „Through the Storm“ machen schon mal Lust darauf. Sänger Rick Altzi überzeugte mit variablem starken Gesang, Roland Grapow legte feinste Gitarrensoli auf die Menüplatte und auch die Rhythmusabteilung war sehr solide. Allerdings nervte zumindest mich im Drum-Bereich der getriggerte Klackersound. Hatte der gute Mann eigentlich nicht nötig. Im Vergleich zur Vorband Cave konnte man dann auch tatsächlich hier und da das Keyboard vernehmen, das von Axel Mackenrott mit Schmiss bedient wurde und das dem einen oder anderen Song eine interessante Note verlieh. Balladenfreunde blieben außen vor, genauso wie die eigentliche dritte Zugabe „The Dark Ride“ (Helloween Cover“), die bei früheren Auftritten gespielt wurde. Somit gab es dann nur zwei Zugaben u.a. „The Time of the Oath“ (ebenfalls Helloween) und die Show war nach 85 Minunten auch schon wieder vorbei. Highlights neben dem bereits erwähnten „Enlighten me“ war für mich das sehr eingängige „Keep your dream alive“ sowie das textlich starke und leider auch heute noch sehr aktuelle „Crystal Night“. Wer BAP kennt, weiß wovon die Rede hier ist. Gut 40 Minunten heizten dann voher die mir bis dato unbekannten Ludwigsburger Cave ein mit einem ebenfalls sehr starken Sänger Tommy Laasch (ex Chinchilla), der mich mitunter an Geoff Tate gepaart mit Tobias Sammett erinnerte. Gitarrist Chris Lorey überzeugte mich ebenfalls mit sehr flinken Fingern und geschmeidigen Soli, die das eine oder andere Mal Richtung Progressive Metal tendierten, wobei aber feine Melodien auch im Gesangsbereich nicht zu kurz kamen. Kein Wunder, spielt er doch auch in der Progressive Metal Band Ivanhoe. Etwas nutzlos waren die Keyboards, die zumindest ich gar nicht wahrnehmen konnte. Egal. Dafür überzeugte auch hier die Rhythmusabteilung bei sehr guten Sound. Das aktuelle, kürzlich erschienene zweite Album „Into the Promised Land“ wurde live schon mal sehr gut vorgestellt, wobei auch das 2024er Debüt „Out of the Cave“, damals noch mit Ronnie Munroe (u.a. ex Metal Church) als Sänger, bedacht wurde. Unterm Strich eine sehr starke Vorstellung, die mich dann dazu bewog, die neue CD direkt am Merchstand mitzunehmen, um die Band bzw. die Songs dann besser kennenzulernen und beim nächsten Mal dann auch den einen oder anderen Songtitel erwähnen zu können, was dieses Mal mangels der Setlist außen vor bleibt. Fans von Helloween, Masterplan, Queensryche oder auch Savatage sollten hier auf alle Fälle mal rein hören. Es lohnt sich genauso wie mal ein Konzert zu besuchen. (HJH)

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