altemaelze

Soul Deep

Torsten Goods

Ein Album, das mitreißt, bestens unterhält und zugleich musikalisch überzeugt

Seele ist, was den Menschen ausmacht – sein Innerstes, Ehrlichstes, die Essenz. Je tiefer, desto besser. „My soul has grown deep like the rivers“ schrieb der Poet Langston Hughes, ganz in Goethes Sinn, denn „Des Menschen Seele gleicht dem Wasser“. Der deutsche Soulsänger und Gitarrist Torsten Goods fließt uns jetzt mit „Soul Deep“ in die Ohren, seinem inzwischen achten Album, weit mehr als nur eine Fortsetzung seines Erfolgsalbums „Soul Searching“ von 2023. Die zwölf neuen Stücke, entweder selbstgeschrieben oder mit seinem britischen Soul Brother Bluey Maunick von Incognito, präsentieren den Mittvierziger als gereiften Musiker, beeinflusst von Soul, aber auch Jazz, Blues und den sommergefühligen Westcoast/AOR-Sounds der späten 70er in Kalifornien. So virtuos diese Musik auch sein mag, so ausgecheckt und ausproduziert, so sehr berühren die Klänge der Stimme(n) und Instrumente die Seele der Zuhörenden. Es ist Balsam und Bereicherung für Jeden, tiefgreifend und intensiv, eben „Soul Deep“. Das neue Album erzählt die persönlichen Geschichten des laut SZ „an der Gitarre ebenso wie als Sänger begnadeten“ Torsten Goods. Es geht auch um seine optische Wandlung durch Alopecia, den schockartigen und andauernden Haarausfall, vor und über allem schwebt die Liebe. Zu seiner Seelenverwandten. „Soul Deep“ ist daher auch thematisch eine Konsequenz von „Soul Searching“: ein sehr persönliches Album, in dem der 44-jährige Geschichten aus seinem Leben und der Beziehung zu seiner Frau niederschreibt, wie etwa die sehnsüchtige Ballade „Summertime Heartache“, komplett mit Streichern und Saxofon von Jakob Manz, das Steely Dan-Tribut „Summer Rain“, das wunderschöne „Live by the Heart“, gesungen im Duett mit der wunderbaren Kim Sanders oder natürlich das tanzfreudige „Rocket Girl“. Mit dabei im Studio waren Jan Miserre an Keyboards und Piano, Christian Lettner am Schlagzeug und Thomas Stieger am Bass. Die Band hinter dem neuen Album sind absolute Könner und in dieser Besetzung seit sechzehn Jahren perfekt eingespielt. Auf seiner „Soul Deep“-Tour kommen er und seine Band im Mai auch nach Regensburg – am 21. Mai stehen sie im „Jazzclub“ im Leeren Beutel auf der Bühne. (Eminal T) P.Ro

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