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Zukunft made in Germany

Tina Klüwer

Rowohlt, Hardcover, 2025, 192 Seiten, 24 Euro
Warum wir jetzt Innovation fördern müssen, um unseren Wohlstand zu retten. Dieses Buch zeigt, warum technologische Innovationen für eine wachsende Wirtschaft und Wohlstand unerlässlich sind – und was in Deutschland momentan falsch läuft.

Wettkämpfe sind meist gut sichtbar, werden im Fernsehen übertragen und im Radio bzw. Zeitungen kommentiert. Doch ein Rennen bleibt oft unsichtbar und entscheidet trotzdem über unsere gemeinsame Zukunft: das Rennen um die Technologieführerschaft von morgen. Weltweit investieren Unternehmen und Staaten massiv in Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, neue Mikrochips und Energietechnologien. Manche Länder haben umfassende Strategien, um in fünf Jahren Technologieführer zu sein – und das aus gutem Grund. Der diesjährige Wirtschaftsnobelpreis zeigt eindrücklich, wie technologische Innovation Wirtschaftswachstum antreibt. Entscheidend sind neue Ökosysteme aus Anwendungen, Produkten und Lieferketten, die erst durch Technologien möglich werden. Das Auto, das Internet und digitale Geräte sind Beispiele dafür. Gleichzeitig verändert sich das geopolitische Umfeld. Protektionismus, Krisen und Konflikte richten den Blick auf die eigene Souveränität: Welche Technologien haben wir? Auf welche Partner sind wir angewiesen? Unterbrochene Mikrochip-Lieferketten zwangen deutsche Autobauer während der Pandemie, die Produktion zu drosseln. Auch die Sicherheit hängt von Technologiesouveränität ab: Drohen Cyberattacken durch Quantencomputer, hilft es, selbst über die nötige Technologie zu verfügen, um sich zu schützen.

Das Sachbuch „Zukunft made in Germany“ von Tina Klüwer beschäftigt sich mit diesen Fragen – wie Deutschland seine Innovationskraft stärken kann, um wirtschaftlich und technologisch international konkurrenzfähig zu bleiben. Die Autorin argumentiert, dass der langfristige Wohlstand Deutschlands stark davon abhängt, ob es gelingt, neue Technologien wie künstliche Intelligenz, Digitalisierung und moderne Infrastruktur stärker zu fördern und in wirtschaftliche Anwendungen zu überführen. Klüwer beschreibt zunächst die aktuelle Situation der deutschen Wirtschaft. Während internationale Konzerne – vor allem aus den USA – in Bereichen wie Digitalisierung und Technologie dominieren, sei Deutschland noch stark auf traditionelle Industriezweige ausgerichtet. Dadurch drohe das Land in Innovationsrankings zurückzufallen und wirtschaftlich an Bedeutung zu verlieren. Die Autorin analysiert mehrere Gründe für diese Entwicklung:

  • Bürokratische Hürden und langsame politische Entscheidungsprozesse
  • Zu geringe Investitionen in Zukunftstechnologien
  • Schwierigkeiten, Forschungsergebnisse aus Universitäten erfolgreich in wirtschaftliche Anwendungen zu überführen

Darauf aufbauend präsentiert die Wirtschaftsexpertin Tina Klüwer, die bis Juni 2025 die Abteilung „Forschung für technologische Souveränität und Innovation“ im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) leitete, mögliche Lösungsansätze. Dazu gehören eine stärkere Förderung von Start-ups, mehr Risikobereitschaft bei Investitionen sowie eine strategischere Industrie- und Innovationspolitik. Ziel sei es, Deutschland wieder zu einem führenden Standort für technologische Entwicklungen zu machen. Aus Sicherheitsinteressen und aus Sorge um die kommenden Generationen müssen wir dringend schneller und flexibler werden, fördern, forschen und mehr Risiken eingehen. Ein wichtiger Appell zur rechten Zeit für die Ermöglichung einer innovationsstarken Wirtschaft.