Vier Ladies und keine einzige Gitarre – kann das gut gehen? Es geht gut, es geht sogar hervorragend! Sängerin Marie Daniels, Geigerin Julia Brüssel, Posaunistin Maria Trautmann und Cellistin Emily Wittbrodt haben sich in dem Groß-Kollektiv The Dorf kennengelernt, 2018 unter dem Logo HILDE als Quartett aufgestellt und bereits 2020 mit ihrer ersten Platte »Open« für Aufsehen gesorgt. Auf dem dritten Album der in NRW und London ansässigen Band HILDE wird kein Mainstream geboten. Das ist weder Jazz, noch Ambient, noch Chanson, auch keine Popmusik, man entdeckt vielmehr eine Spur – ins Freie driftende – improvisierende Kammermusik? Wie dem auch sei, die Damen – und somit auch ich – verweigern den platten Versuch einer absoluten Kategorisierung. Die Songs vermitteln eine etwas „strange“ Atmosphäre, jedoch vermitteln sie Wärme und eigenARTigen Wohlklang. Laurie Anderson hätte sicher ihre Freude an der Scheibe. Was auch positiv auffällt: Die Musik ist erstklassig und klar aufgenommen, keine Höhenschärfe nervt, kein störendes Bass-Gebrummel. Die vier Damen malen auf „Timbre“ derartig bezaubernde Klanglandschaften, dass ich mir gleich die ersten beiden CDs dieser Band besorgen muss. (Boomslang Records) HuGe
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