Einen gepflegten Power Metal Abend gab es am 14. März für alle, die im Airport anwesend waren, auf die Ohren. Leider waren es jetzt nicht so viele wie sonst üblich, die Halle war aber ganz ordentlich gefüllt die, die aber da waren, machten aber dafür umso mehr Lärm. Den Einstieg übernahmen dann die Baden Württemberger Brainstorm und heizten gut 50 Minuten mit dem stimmgewaltigen Sänger Andi B. Franck und seinen Mannen ordentlich ein. Feurige Gitarrensoli und eine starke Rhythmusfraktion sorgten für mächtig Laune, auch wenn der Sound nicht so ganz überzeugen konnte, weshalb das Lautstärkenmeter bei den Publikumsgesängen dann doch die höchste Stufe erreicht hat. Nicht gebraucht hätte ich allerdings das Don Henley Cover von ‚The Boys of Summer“. Ganz ordentliche Version, aber das Original bleibt unerreicht und bei der kurzen Spielzeit und bei, ich glaube 14 Studioalben, hätte man sicher noch genug eigenes Material zur Verfügung gehabt. Die nachfolgenden Bloodbound aus Schweden hatten dann noch mit einigen größeren Problemen als nur dem Sound zu kämpfen, der hier viel zu Schlagzeuglastig geriet und bis auf den Gesang so ziemlich alles niederbügelte. Dass man einen Keyboarder an Bord hatte, eines der Markenzeichen der Studioalben, merkte man eigentlich nur daran, dass eines auf der Bühne stand und jemand wohl die Tasten drückte. Die Gitarren kamen somit ebenfalls nur bei den Soli zum Vorschein und der Bassist ging wohl bei der Überfahrt nach Deutschland verloren, es gab keinen und somit kamen die Spuren vom Band, wie einige Keyboardpassagen auch. Immerhin kehrt er zum nächsten Auftritt in München zurück. Weiterhin fehlen wird Stammgitarrist Nummer Zwei, wobei der Vertreter einen guten Job machte, und eventuell auch die Stimme von Sänger Patrik Johansson, die Erkältungsbedingt nicht so ganz auf der Höhe schien. Dennoch Hut ab vor seiner Leistung auch hinsichtlich der Probleme mit dem Mikrofon. Solide 50 Minuten der Band, die mir auf CD aber besser gefällt. „Tales from the north“, „Rise of the dragon empire“ oder „Creatures of the dark realm“ machten trotzdem enorm Spaß und mit „Nosferatu“ verließ die Band unter Applaus die Bühne. Dass die Mehrheit wohl wegen Angus McSix gekommen ist, zeigte sich dann an der Vielzahl an Plastikschwestern die in die Höhe gereckt wurden. Kostümiert wie GWAR in den besten Zeiten gab es nunmehr bei bestem Sound eine Mischung aus Power Metal, Manowar und viel Techno- und Discogedudel. Von letzteren fast zuviel und extrem viel vom Band, wie auch die Bassspuren und alles was Keyboards betrifft, denn beides glänzte auf der Bühne mit Abwesenheit. Der richtig starke neue Sänger Sam Nyman konnte dagegen überzeugen, auch wenn ich die ganzen, nun witzigen Ansagen nicht als so lustig empfand, und auch die Gitarrenarbeit war nicht schlecht, wo Livegitarrist Rafael Dobbs Roa, Bandgründer Sebastian Levermann ist nur noch im Studio für die Band aktiv, sowie Jasmin Pabst einige nette Soli zockten. Und wenn man sich wie bei „Sixcalibur“ oder „Only a fool will play tricks on Angus McSix“ rein auf die Musik ohne Computergedudel beschränkt, dann ist das schon fein anzuhören. Eine neue Nummer wie „Techno Men“ erzeugte dann eher Brechreiz bei mir und die Majorität der knappen Stunde, die ich gesehen hab, schlägt leider mehr oder weniger in diese Kerbe, weshalb ich mich dann, was selten vorkommt, vorzeitig auf den Heimweg gemacht habe. Electric Callboy usw ist dann doch nicht meine musikalische Welt. Dennoch ein netter Abend. (HJH)

Angus McSix

Bloodbound

Brainstorm


