Der ungarische Pianist Mátyás Bartha zählt zu jener Generation europäischer Jazzmusiker, die Tradition nicht verwalten, sondern weiterdenken. Vom Stride-Erbe bis zu offenen Improvisationsformen spannt sich sein Zugriff – fundiert, aber ohne museale Geste. 2020 formierte er mit Danny Ziemann und Christian Salfellner ein Trio, das durch Beweglichkeit und wache Interaktion besticht. Für „Hercules“ erweitert der amerikanische Saxofonist Scott Robinson die Besetzung – sein Ton: markant, unaufdringlich, präzise gesetzt. Die Stücke wurzeln im klassischen Idiom, öffnen sich jedoch in freien Passagen, in denen das Ensemble hörbar atmet. Klavier, Bass und Schlagzeug agieren als elastisches Kraftzentrum; Robinson setzt Akzente, die Energie bündeln, ohne das Gefüge zu dominieren. „Hercules“ ist ein Album mit Respekt vor der Tradition – und dem Mut, sie im Moment neu zu beleuchten. Geschlossen im Ausdruck, lebendig im Detail. (Bartha Records) HuSch
****
******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal
https://youtu.be/1ssIDHGQ05U?si=Vn9tkAamH2YwprDB


