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Heldmaschine

Kritik zum Konzert am 7. März im Airport in Obertraubling

Heldmaschine – der buchstäbliche Knaller! Brachial kantiger Industrial der NDH

Wenn der Begriff „Soundboard“ neu definiert wird – und drei Musiker von HELDMASCHINE auf einem Board mit Akkustromversorgung und genial positionierten Lichteffekten buchstäblich auf die Bühne und im ersten Song über selbige „schweben“ – der buchstäbliche Knaller! Beim Rausfahren dann auch noch mit Nebeleffekt, zumindest auf den Bildern. Die Band kommt ungefähr von dort, wo man die Ramstein Air Base nur mit einem „M“ schreibt. Ihre Wurzeln liegen in einer Rammstein-Coverband. Und Auftritt, Ausstattung und Martialität haben mehr als nur Anleihen. Aber Sänger René Anlauff macht eher auf freundlichen Lindemann, hat vielfach ein Lächeln im Gesicht und kommuniziert entspannter mit dem Publikum. Sie hätten mehr Besucher verdient gehabt, aber sie haben eine exzellente Visitenkarte für eine Wiederholung vor dann hoffentlich ausverkauftem Airport verdient. Und wo in Hochkulturhallen schon mal ein Gong einläutet, rufen HELDMASCHINE mit lautem Kanonenschlag die quasselnden Fotografen in den Graben zu ihrer „Eiszeit“-Tour. Die „Neue Deutsche Härte“-Schublade wird inzwischen für so manches missbraucht. Bei HELDMASCHINE ist vieles noch authentisch. Die Kanten sind noch schärfer, die Ursprünglichkeit auf den Punkt, die Brachialität z.B. bei „Wer einmal lügt“ kennt final doch auch rundere Harmonien. Das alles in einem professionellen Industrial-Gerüst, das trotz der Schwere mit viel Klarheit glänzt. Sehr empfehlenswert! (Bernd Schweinar)

Die ganze Bilderstrecke hier: https://www.allmusic.de/bildergalerie/heldmaschine/