altemaelze

Set the dark on fire

Edenbridge

Symphonic Metal aus Austria

Album #12 – „Set the Dark on Fire” – der seit 1999 aktiven österreichischen Symphonic Rock/Metaller Edenbridge ist eine Art Zäsur in der Bandgeschichte geworden. Man kehrt in den Schoß von SPV zurück. Musikalisch bleibt vieles gleich. Im Zentrum der klasse produzierten Scheibe (verantwortlich hierfür Karl Groom seines Zeichens Gitarrist der britischen Progressive Metal Band Threshold) steht natürlich noch immer die großartige Stimme von Sabine Edelsbacher, die gegenüber anderen Sängerinnen des Genres den Vorteil hat, dass man auch ein Getränkeglas in der Hand halten kann beim Anhören, ohne dass es ob der höchsten Gesangshöhen zerspringt, und natürlich die famosen Gitarrenkünste von Multiinstrumentalisten Lanvall, der auch noch für den Metalbereich eher „artfremde“ Instrumente, die ich nicht mal alle kenne, wie Hammered Dulcimer, Electric Sitar, Bouzouki, Ukulele, Swarmandal, Mandoline, Monochord oder Tampura in die Songs integriert. Soll natürlich nicht heißen, dass der Rest des Quintetts unwichtig wäre. Musikalisch geht man wohl etwas härter zuwege als früher, ich hab zwar alle Alben, aber seit mindestens 15 Jahren keines mehr gehört, und tatsächlich sind einige recht muskulöse Songs im Angebot. Der Titelsong erinnert an aktuelle Epica nur ohne Growlparts oder das vierteilige 13 Minuten lange „Spark of the Everflame“, wo mir spontan Dream Theater bei Teil 2 bzw. Queen bei Teil 3 in den Sinn kommen, garniert mit feinsten Gitarrensoli. Wer es lieber etwas ruhiger mag, für den ist das irisch, mittelalterlich angehauchte, an rockigere Kelly Family denken lassende „Where the Wild Things are“ mit coolem Flamencogitarrenpart, der fließend in ein weiteres mächtiges Gitarrensolo übergeht, richtig. Das im Promotext als Ballade beschriebene (kann man so stehen lassen) „Bonded by the Light“ passt in seiner orchestralen Ausrichtung und auch von der Melodieführung her perfekt als Titelsong für den nächsten James Bond (sofern es noch mal einen Film gibt). Wer sich hier etwas auskennt weiß was gemeint ist. Apropos Orchester – die Orchestrierung hört sich tatsächlich so an, als ob es ein Echtes wäre: man checke „Cosmic Embrace“ oder die vier kurzen instrumentalen Stücke. Für mich als weiteres Highlight wäre noch „Lighthouse“ mit seinem kurzen Intro, das ob seines orientalischen Flairs wie eine Zusammenarbeit mit der tunesischen progressive Metal Band Myrath klingt. Sehr cool. Somit gibt es von meiner Seite scehs Sterne, eine Kaufempfehlung für Fans von u.a. Epica, Nightwish, Within Temptation oder auch Visions of Atlantis und ein Kopfschütteln für die dreieinhalb Sterne im Metal Hammer. Wer die Band mal wieder live erleben will (ich hab sie zuletzt 2000 im Qu gesehen), hat am 15. März die Möglichkeit im „Airport“ in Obertraubling. Es lohnt sich. (SPV) HJH

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