Das mir bis dato unbekannte deutsche Punk-Rock-Quartett Drunken Swallows aus Oldenburg in Holstein wirft Mitte April 2026 ihr bereits viertes Album – „Echos alter Tage“ – auf den Markt. Ansprechend produziert, der Bass ist schon sehr prominent im Mix, gibt die Band zwölf Songs lang Vollgas mit sehr guten Texten (u.a. beim Antikriegslied „Willst du“), die die manchmal fehlende Abwechslung im Gesang oder auch musikalisch mehr als wett machen. Dass die Band gleich zwei Gitarristen aufbietet merkt man leider etwas zu wenig, was wohl auch den recht kurzen Songs (meistens zwischen zweieinhalb und maximal drei Minuten) geschuldet ist. Zwei Ausnahmen gibt es dann mit „Nirgendwo sonst“ bzw. „So wie wir sind“ wo sich auch mal ein kleines Gitarrensolo aus der Deckung wagt. Gänzlich aus dem Rahmen fällt der letzte 13. Titel „Heute ist schön“. Eine wunderbar wehmütige Akustikballade ganz ohne Schmalz, wo die Ärzte auf Revolverheld treffen. Ich hätte mir ja bei dem einen anderen Songs einen Trompetenpart vorstellen können, aber man wollte sich wohl von Bands wie Engst oder FSF, an die mich die Band erinnert, etwas abgrenzen. Wer auf die Broilers, Toten Hosen, etwas Böhse Onkelz oder die frühen, rockigen Jupiter Jones steht, liegt hier aber dennoch richtig. Kann man sich mit gutem Gewissen ins Regal stellen. Von meiner Seite aus gibt es aber dennoch für die nur 35 Minuten langen Scheibe fünf wohlverdiente Sterne. Hat schließlich Spass gemacht beim Anhören und mein Fuss wippte mit, was immer ein gutes Zeichen ist. (Metalville) HJH
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