altemaelze

Megadeth

Megadeth

Finale Alben der Thrash-Metal-Giganten

Das 17. und selbstbetitelte letzte Album der Thrash Metal Veteranen Megadeth ist wieder mal ein Fest für die Ohren geworden. Natürlich nur, wenn man, so wie ich, mit der Gesangsstimme von Dave Mustaine klarkommt. Der Rest wird sich hier eher mit Grausen abwenden und verpasst dann hier zumindest grandiose Musik. Klasse produziert (zumindest nach meinem Empfinden) schlägt man songtechnisch eine Brücke von der Frühzeit der Band Mitte der 80er („Peace sellls…“ bzw. „So far so good..“) über die eher melodische Phase der 90er („Rust in Peace“; „Countdown to Extinction“ oder auch „Youthanasia“) bis zu den letzten Alben („The Sick, the dying..“). Somit stehen straighte recht harte Thrasher á la „Tipping Point“ ( wo der Refrain am Ende des Song doch etwas arg oft wiederholt wird) oder das schön Bass lastige „Let there be Shred“ (wo der Titel im Gitarrensolobereich Programm ist) eher melodischen Nummern wie „Hey God“, „Puppet Parade“ oder „Another Bad Day“ gegenüber, wo Dave richtig locker flockig singt und einem unweigerlich „Symphony of Destruction“, „A tout le Monde“ oder auch „Hangar 18“ in den Sinn kommen. Damit das alles nicht zu schöngeistig rüberkommt gibt es noch rüpelige Nummern wie das fast schon Hardcore- und ebenfalls Bass lastige, recht rüpelige „I don’t care“, was dann auch perfekt zum Text passt. Drummer Dirk Verbeuren bewies ja schon früher bei Soilwork, dass er ein Meister hinter den Kesseln ist. Das „Tier“ am Viersaiter, James LoMenzo, begann seine Karriere bei White Lion und der Finne Teemu Mäntysaari an der zweiten Gitarre, die er seit 2023 bei Megadeth innehat, greift eigentlich bei Wintersun in die Saiten und bildet mit Dave ein perfektes Duo. Ob es das „Ride the Lightning“ Cover gebraucht hätte muss jeder für sich selbst entscheiden, ist aber eh nur ein Bonus-Track. Apropos Bonus Track: Hier ist es etwas nervig, dass es gleich drei weitere davon gibt (Target, Japan, Digital), die natürlich alle nicht zusammen auf einer Scheibe enthalten sind. Jammern auf hohem Niveau aber führt dann doch zu einem Punktabzug. Somit gibt es verdiente sechs Sterne für dieses Abschiedswerk, bei dem sich auch das Hören auf die Texte lohnt. Ach ja – das Cover sieht vor allem in der Amazon 3D Hologrammversion echt cool aus. (BLKIIBLK) HJH

******

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal