Beyond the Black kehren nach drei Jahren mit Album #6 „Break the Silence“ zurück und gehen relativ konsequent den Weg weiter, der mit dem selbstbetitelten Vorgänger beschritten wurde. Symphonisch angehauchter Rock mit Ethno -Einflüssen weg vom Metal. Geblieben sind der klasse Gesang von Jennifer Haben, einige sehr nette Gitarrensoli (u.a. Titelsong oder auch „Let there be Rain“) und einprägsame Refrains, die ab und an vielleicht doch einen Ticken zu oft wiederholt werden. Nervig die ziemlich künstlich klingenden Drums und auch die Produktion ist leicht matschig geworden. Der Gastbeitrage von Chris Harms von Lord of the Lost bewegt „The Art of being alone” in Richtung Dark Rock, während das bereits erwähnte „Let there be Rain“ mit Gastgesang von THE MYSTERY OF THE BULGARIAN VOICES eher Richtung japanischen J-POP mit sakralen Chören tendiert. Zwei schöne Balladen („Ravens“ bzw. das teilweise deutsche gesungene „Weltschmerz“) schmeicheln den Ohren und wer es mal etwas deftiger mag (im Bandkontext betrachtet) wird bei „The Flood“ fündig. Eher durchschnittlich/leicht gruselig kommt der Einstieg „Rising High“ daher, der mich irgendwie an die H-Blockx erinnerte, auch wegen des männlichen Gesangsparts. Außergewöhnlich das französisch gesungene „(La vie est un) Cinema“. Ist das alles gehaltvoll? Sicher nicht und das Meiste hat man sicher bald schon wieder vergessen. Aber die Scheibe läuft echt gut rein und befindet sich fast auf Augenhöhe mit den letzten beiden Alben von Within Temptation, die sich auch musikalisch vom Symphonic Metal früherer Tage doch sehr entfern haben. Floor Jansen oder Charlotte Wessels sind dann doch auch ein etwas anderes Kaliber, aber wem z. B. Amaranthe oder Metalite ohne männliche Growlparts gefallen, der greift hier zu. Fans der Band kaufen sowieso die mit vier Bonus Tracks angereicherte Deluxe Edition. Die Standradversion ist mit seinen 37 Minuten doch recht kurz ausgefallen. Von meiner Seite trotzdem 5 Sterne. (Nuclear Blast) HJH
*****
******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal


