altemaelze

Rats in the Cradle

Night Laser

Rock aus Hamburg

Von Night Laser aus Hamburg habe ich erst 2025 im Rahmen ihres Auftritts im Vorprogramm von Axel Rudi Pell im Airport das erste Mal gehört. Beeindruckt war ich nicht wirklich, gefiel mir doch die Stimme des Sängers nicht besonders. Somit hielt sich meine Begeisterung in Grenzen als ich das Album „Rats in the Cradle“ zur Rezi bekam, das Ende September erscheint. Gleich der Einstieg „STFU“ schien dann auch meine Befürchtungen zu bestätigen, eher mauer Glam Sleaze Hard Rock mit eher quäckiger Stimme, aber guter Musik und fetter Produktion von Eike Freese. Zum Glück ließ ich mich nicht davon abschrecken und hielt durch, denn bis auf das ähnlich gelagerte „19CR490“, aber gesanglich um Längen besser, gibt es auf den restlichen neun Songs komplett andere Musik. „Make you mine“ könnte auf einer härteren Kissin‘ Dynamite Scheibe ein Highlight werden. Zwei fette (Speed) Metal Nummern mit Double Bass Drums-Gewittern erfreuen den Metal Church Fan bei „Defenders“ (mit dem Voice of Germany Halbfinalisten, ich kenn ihn nicht, Stefan Zierof am Gesang als Gast) und vor allem „Get out“ (mit Freedom Call Gitarristen Lars Rettkowitz als Gast). Den Blues hat man bei „Blueberry Gin“ mit Honkytonk Piano, Bottleneck und Slideguitar und einem Grinsen im Gesicht. Die fetten Gitarrenparts stammen dann hier vom nächsten Gast Sascha Paeth (Avantasia, Heavens Gate usw.). Wer eher auf balladeske Töne steht bekommt gleich zwei gar epische Nummern (siebeneinhalb und über sechs Minuten) auf die Ohren. Dabei erinnert mich „Heart of the Desert Rose“ mit Gastsänger Johnny Gioeli (Hardline, Axel Rudi Pell) nicht nur vom Text her sehr stark an Avantasia, während „Into the West“ eher klassischer Scorpions Balladenstoff ist. Von Ghost hat man bei den Hamburgern auch schon mal was gehört, tönt doch der keyboardlastige (gespielt von Corbin Bahn, u.a. Gamma Ray) Titelsong auch gesanglich nach der Band von Tobias Forge. Helloween und Soanata Arctica schauen bei der epischen Power Metal Nummer „Goddess of the Sky“ vorbei und zelebrieren auf über acht Minuten Länge feinstes Gitarrensolitum, während die letzte Nummer die ungewöhnlichste ist. Uriah Heeps „Lady in Black“ trifft auf die Kinks in der reinen ‚Akusitkgitarrenmitgesanglagerfeuerfolknummer‘ „You and me“ . Wirklich beeindruckend die Scheibe, die ich so echt nicht erwartet hätte und für die ich am Ende des Tages sechs Sterne raushaue. Überraschung des Monats. (Steamhammer) HJH

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