altemaelze

Another Nail in the Coffin

Sha-Boom

Neues nach langer Recording-Pause

Die Schweden Sha-Boom mit norwegischem Sänger Dag Finn sind nun wahrlich nicht die schnellsten/produktivsten Albumveröffentlicher. Gegründet Ende der 80er brachte man zwei eher weniger erfolgreiche Alben auf den Markt (plus ein von Andi Scott produziertes Remix Album vom Debüt). Dann war lange Schluss. Erst 2005 kommt das nächste Lebenszeichen mit dem von Tommy Denander produzierten Comeback „The Race is on“, das so erfolgreich war, dass erst jetzt 21 Jahre später Album # 4 erscheint mit dem hoffentlich nicht ernstgemeinten Titel „Another Nail in the Coffin“. Wer nämlich Bock hat auf coolen Stadionrock mit poppigen Einflüssen, krassem mehrstimmigen Gesang und einem sehr tollen Sänger liegt hier richtig. Metal oder Hard Rock ist hier zwar nicht am Start, auch wenn es gegen Ende etwas rauher zugeht, beim sleazigen Partyrocker „One more drink fort he Road“ mit Duettgesang von Linnea Vikström (Thundermother) und Backgroundvocals von ihrem Vater Thomas, der u.a. schon bei Candlemass oder Therion sang bzw. „Farewell Goodbye“, das eher nach aktuellen Eclipse klingt. Das ist auch gleich eine gute Überleitung, ist doch deren Mastermind Eric Martensson nicht nur der Produzent der Scheibe, sonst noch Gitarrist, Bassist und Background Sänger. Das begründet dann auch die enorme Eclipse-Schlagseite beim Großteil der Songs – nur halt etwas softer und auch bei den Gitarrensoli ist eher Schmalhans Küchenmeister sind sie doch so kurz (zehn Sekunden vielleicht) wie auch die einzelnen Lieder kaum über die drei Minuten Marke lugen. Zwei schöne Balladen gibt es mit „Out of Control“ bzw. der leicht angerockten Nummer mit dem besten Solo der Scheibe „Million Miles Away“ und der Rest sollte all denen munden, die Def Leppard, Europe, Treat, Skagarack, Roxette oder die deutschen Dominoe mögen, vorzugsweise in der eher pop-rockigen Phase. Mein Anspieltipp wäre aber die coolste Nummer der Scheibe, der Titelsong mit HonkyTonk Piano und Rolling Stones bzw. Primal Scream („Get your rocks off“) Schlagseite, der so richtig abgeht. Sehr cool und lässige Nummer. Die 36 Minuten kurze Scheibe macht Spass und hat sich seine fünfeinhalb Sterne redlich verdient. Dürfen gerne mit einer weiteren Platte irgendwann wiederkommen. Vielleicht dann aber mit einem organischerem Drumsound, der sich doch arg künstlich, eher 80er mäßig, anhört. (Silver Lining Music) HJH

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