altemaelze

Not your kingdom

Madball

Direkt, brutal und voller Überzeugung

Sieben Jahre nach „For the Cause“ melden sich MADBALL mit „Not Your Kingdom“ eindrucksvoll zurück – und machen dabei keine Gefangenen. Die New Yorker Hardcore-Institution bleibt sich auch auf ihrem zehnten Studioalbum kompromisslos treu und liefert in knapp 30 Minuten genau das ab, wofür die Band seit mehr als drei Jahrzehnten steht: rohen, aggressiven und authentischen New York Hardcore ohne unnötigen Ballast. Frontmann Freddie Cricien beweist einmal mehr, warum er zu den prägendsten Stimmen des Genres zählt. Seine markante, von den Straßen New Yorks geformte Stimme trägt die Songs mit Nachdruck und Glaubwürdigkeit, während die Band ein druckvolles Fundament aus schweren Beatdowns, klassischen Hardcore-Riffs und gelegentlichen Thrash-Metal-Einflüssen errichtet. Dabei wirkt „Not Your Kingdom“ erstaunlich fokussiert – jeder Song sitzt, nichts erscheint überflüssig.

Bereits der Opener „Tethered“ setzt die Marschrichtung fest: kompromisslose Härte, eingängige Gangshouts und enormes Live-Potenzial. Mit „Flammable“ folgt ein nicht einmal einminütiger Wutausbruch, der wie ein Faustschlag wirkt, während „Rebel Kids“ zu den stärksten Hardcore-Hymnen des Jahres zählt und den rebellischen Geist der Band perfekt einfängt. „Stab Wounds“ schlägt eine etwas metallischere Richtung ein und überzeugt mit thrashigen Gitarren, bevor „Life’s a Mural“ mit seinem rauen Street-Punk-Einschlag zusätzliche Abwechslung bietet. Besonders gelungen ist der rote Faden des Albums. Sprachsamples, Straßengeräusche und atmosphärische Übergänge verbinden die Songs zu einem geschlossenen Gesamtwerk, das weit über eine bloße Ansammlung einzelner Hardcore-Tracks hinausgeht. Diese Liebe zum Detail verleiht dem Album zusätzliche Dynamik, ohne den unmittelbaren Charakter der Musik zu verwässern. Was „Not Your Kingdom“ letztlich so stark macht, ist seine Ehrlichkeit. MADBALL versuchen weder modernen Trends hinterherzulaufen noch ihre Vergangenheit zu verklären. Stattdessen liefern sie ein Album ab, das sich auf ihre Stärken konzentriert: Wucht, Haltung und kompromisslose Authentizität. Das abschließende „Chase a Dream“ unterstreicht diesen Anspruch eindrucksvoll und beendet die Platte mit einem letzten, kraftvollen Statement.

Das ist kein Versuch, das Hardcore-Genre neu zu erfinden – vielmehr ist es der Beweis, dass MADBALL auch nach über 30 Jahren noch genau wissen, wie moderner New York Hardcore klingen muss. Direkt, brutal und voller Überzeugung gehört dieses Album zu den stärksten Veröffentlichungen der Band seit Jahren. (Nuclear Blast Records) Blabbermouth

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