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Fünf Fragen an…. ALOIS C. BRAUN

Am 15. August spielt er in Undorf einen seiner wenigen Solo-Gigs.

Alois C. Braun spielt am Samstag solo beim Undorfer Dorfplatz-Festival (O-Ton Braun: „Tolle Musik, klasse Bands und eine wunderbare Location.“). Mit dabei sind auch Bob Frost and the B-Sides, GardenStreetMucke und die Sonntagsjazzer. Beginn des Festivals ist um 16.30 h. Der Eintritt ist frei.

Seit Anfang der 80er Jahre spielt Alois C. Braun in den unterschiedlichsten Bands der Region und hat es mit seinen boarischen Liedern in der Formation Perotti Caleris Braun sogar auf Bühnen in Ecuador, Litauen und die USA geschafft. Ansonsten kennen ihn die in der Regensburger Szene verwurzelten Musikfreunde aus Formationen wie Kupfer S., D’Ofarohr Band oder Strudelpeter. Am 15. August spielt er in Undorf einen seiner wenigen Solo-Gigs.

Man hört sehr wenig von dir, auch Auftritte sind sehr rar geworden. Warum?

Nach den ausgiebigen Tourneen mit Riccardo Perotti und Alberto Caleris von 2006 bis 2010 schrecken mich einfach ein paar Sachen ab. Ich war damals ja Booker, Fahrer, Mercher, Pressemann. Ach ja, gespielt habe ich abends dann auch noch (lacht). Das war einfach zu viel! Inzwischen kümmere ich mich nicht mehr offensiv um Shows. Aber nicht falsch verstehen: Ich stehe nach wie vor liebend gerne auf der Bühne. Ich bewundere jede Band, die das Booking engagiert selber macht, da steckt so viel Arbeit drin! Die letzten beiden Jahre habe ich es aber auch sonst sehr ruhig angehen lassen, nicht mehr so viele Konzerte wie früher besucht und journalistisch fast nichts mehr gemacht. Langweilig war mir trotzdem keine Sekunde (lacht).

Seit 2024 hast du viele neue Songs geschrieben. Wie kam es dazu?

Meine beiden Floridareisen 2024 und 2025 haben unglaublich viel Inspiration freigesetzt und es sind fast 30 neue Songs entstanden. Die meisten habe ich als Demo aufgenommen, um Arrangementideen festzuhalten und vor allem, um zu hören, wie sie mehrstimmig klingen. Ich stehe ja auf Songs mit tollen Harmonien. Darum habe ich mich bei dem ein oder anderen neuen Song auch musikalisch etwas an Bands wie America, Firefall, Orleans und The Rembrandts orientiert. Mein aktuelles Live-Programm besteht zu mehr als der Hälfte aus diesen Liedern .

Handeln diese neuen Lieder alle von Florida?

Nein, von da kam nur die Inspiration, überhaupt zu schreiben. Die Inhalte der Songs haben oft gar nichts damit zu tun. Ich habe der Fantasie freien Lauf gelassen und lange verschollene Ideen oder Aktuelles verarbeitet. „Circo Massimo“ etwa habe ich geschrieben, als ich 2024 für das David-Gilmour-Konzert in Rom war. Meine Lieblingstitel „Fort de Soto Park“, „Dedicated to… „, „Bayshore Avenue Walk“ und „Inspiration Florida“ verarbeiten aber Gefühle und Erlebtes in Florida. Viele Songtitel sind in Englisch, die Texte aber nach wie vor in Boarisch!

Hört sich an, als hättest du nur positive Sachen in den Lieder verarbeitet…

Nein! Es gibt auch jede Menge ernste Themen und Songs, die richtig böse und zynisch sind. So etwas zu schreiben befreit! (lacht) „Joke Figures“ etwa. Ich denke, jeder kennt Witzfiguren, die einem im Alltag auf den Sack gehen, etwa weil sie lächerlich arrogant, respekt- oder rücksichtslos sind. Im Blues „Sugar Mama“ geht es um Menschen, die sich bereitwillig korrumpieren lassen, weil sie ihrerseits andere manipulieren. Und natürlich spielen auch die aktuellen Zustände in der ganzen Welt eine Rolle, etwa in „Southbound“. Mir kann keiner erzählen, dass er derzeit unbeschwert in den Tag geht.

Besteht denn immer noch die Möglichkeit von Konzerten mit dir und Riccardo Perotti und evtl. sogar mit Alberto Caleris?

Ich besuche Riccardo Perotti ja regelmäßig in den USA und wir haben über die Jahre auch immer mal wieder kleinere Sachen zusammen gespielt. Wenn wir die Gitarren in die Hand nehmen, ist es jedes Mal wieder unbeschreiblich, da stimmt die Chemie. Bei dem ein oder anderen Weinchen checken wir auch immer die Möglichkeit von gemeinsamen Konzerten. Das heißt: Es ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen! Aber durch unsere  Wohnsitze in Florida, Ecuador und Bayern wird es immer teurer, uns zusammenzubringen. Falls aber die Finanzierung einer Tournee gesichert wäre, wären wir sofort im Proberaum (lacht). Wir alle haben immer noch riesige Lust darauf, gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Und trotz der vielen neuen Songs, habe ich aktuell auch 3 Songs aus unserer CD „Miami Sessions“ auf der Setlist.