Unfiltered ist ein Album, das sich nicht aufdrängt, sondern sich behutsam öffnet. Schon der Einstieg wirkt besinnlich, beschaulich‑verträumt, fast so, als würden sich die beiden Musiker erst einmal in Ruhe in einem gemeinsamen Klangraum orientieren. Diese Ruhe ist kein Zufall: Deurloo und Goudsmit beherrschen ihre Instrumente nicht nur technisch, sondern auch atmosphärisch. Ihre musikalischen Dialoge sind reizvoll, weil sie nie protzen, sondern sich gegenseitig Raum geben. Auf „Partes de Nata“ zeigt Goudsmit, was seine Gitarre kann: Sie klingt klasse und wild, kantig, frei, fast ungestüm. Ein Stück, das die ruhige Grundstimmung des Albums kurz aufbricht und zeigt, wie viel Energie in diesem Duo steckt. Auf dem Stück „M.I.C.“ werden die beiden überraschend bluesig, mit einer erdigen Note, die man auf diesem Duo‑Album nicht unbedingt erwartet. Deurloo phrasiert hier mit einer lässigen Direktheit, die dem Stück eine besondere Farbe gibt. So schön die intime Duo‑Besetzung ist – auf die Dauer fehlt (mir) ein Bass oder ein weiteres Instrument. Nicht als Kritik an den beiden, sondern als Hinweis darauf, dass manche Stücke nach unten hin etwas „offen“ wirken. Ein Kontrabass oder dezente Percussion hätte dem Album an manchen Stellen zusätzliche Farbtupfer und Tiefe verliehen. (Challenge Records) HuGe
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